Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) will gegen teure Telefon-Warteschleifen vorgehen. „Wenn eine Firma die Kunden extra lange in der Warteschleifen hängen lässt und dafür auch noch Geld kassiert, ist das Abzocke. Und die wollen wir verhindern“, sagte Aigner der „Süddeutschen Zeitung“. Ihr Haus arbeite gemeinsam mit dem Wirtschaftsministerium an einer Lösung.

„Ich persönlich gehe davon aus, dass eine gesetzliche Regelung nötig werden könnte“, sagte die Ministerin. Generell kostenlose Hotlines fordert Aigner jedoch nicht. „Wenn Unternehmen guten Service bieten, dürfen sie dafür ruhig ein wenig Geld verlangen“, sagte die CSU-Politikerin.

„Wichtig ist aber, dass der Kunde erst von dem Moment an bezahlen muss, in dem er auch tatsächlich eine Gegenleistung erhält“, betonte die Ministerin. Oft höre sie von Verbrauchern, dass diese erst „lange in kostenpflichtigen Warteschleifen hängen und am Ende noch nicht mal eine befriedigende Antwort bekommen“. Das sei „ein Unding“. Bei einigen Anbietern scheine es zum Geschäftsmodell zu gehören, mit Gebühren über die Service-Hotline Gewinn zu machen.

Noch ein Thema, das Aigner entdeckt hat: Energy-Drinks, wie etwa Red Bull. Die Ministerin will für sie verpflichtende Warnhinweise einführen. Sie sollten nur noch verkauft werden mit dem Hinweis, dass nicht größere Mengen getrunken werden sollten – vor allem bei viel sportlicher Betätigung – und schon gar nicht zusammen mit Alkohol, berichtet die „Saarbrücker Zeitung“. Die Pläne sollen für Fertigpackungen gelten. Die Zeitung beruft sich auf einen Verordnungsentwurf.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte detaillierte Informationen auf Etiketten empfohlen und auf mögliche Gesundheitsrisiken wie Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle verwiesen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa hat Aigner die Warnhinweise bereits im Februar bei der EU-Kommission beantragt. Viele Hersteller der koffeinhaltigen Getränke verwenden schon jetzt Warnhinweise, aber eben nicht alle.

epd/dpa/lw