Die Konsumlaune der Deutschen hat sich rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft 2008 erneut etwas aufgehellt. Trotz Rezession prognostizierten die GfK-Marktforscher für Dezember den zweiten Anstieg ihres Konsumbarometers in Folge. Als wichtigste Kaufkraftstütze erwiesen sich sinkende Kraftstoff- und Energiepreise.

Der GfK-Konsumklimaindex stieg von 1,9 auf 2,2 Punkte. „Die Finanzkrise ist zwar inzwischen in der Realwirtschaft angekommen, schlägt sich insgesamt aber nicht auf die Konsumlaune der Verbraucher nieder“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. Das könne sich aber schnell ändern, sollte die Zahl der Arbeitlosen wieder spürbar steigen.

Die 2000 befragten Deutschen rechnen angesichts der sinkenden Inflation mit einer höheren Kaufkraft. Grund dafür sind vor allem stark sinkende Preise für Benzin und Diesel. Ein Liter kostet derzeit deutlich weniger als 1,20 Euro. Im Sommer mussten zeitweise mehr als 1,50 Euro hingeblättert werden. Auch Heizöl wurde deutlich billiger, der Gaspreis dürfte in den kommenden Monaten ebenfalls fallen.

Gleichzeitig lasse der Tarifabschluss in der Metallindustrie auf reale Einkommenserhöhungen hoffen, sagte Bürkl. Die Branche hatte sich auf ein Lohnplus von 4,2 Prozent plus Einmalzahlungen geeinigt. Der Index für die Einkommenserwartung kletterte von minus 12,9 auf minus 6,9 Zähler.

Auch die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen nahm zu. „Geringere Energiekosten ermöglichen den Haushalten, mehr Geld für anderweitige Anschaffungen auszugeben“, sagte Bürkl. Der Teilindex für die Kaufbereitschaft stieg von minus 18,2 auf minus 6,7 Punkte.

Pessimistisch blicken die Deutschen dagegen auf die wirtschaftliche Entwicklung. Der Index für die Konjunkturerwartungen büßte von minus 27,5 auf minus 30,1 Punkte ein. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebungen 1991. „Die von den Bundesbürgern in den vergangenen Monaten geäußerten Rezessionsängste sind inzwischen Realität“, sagte Bürkl.

„Bislang konnten weder das von der Bundesregierung beschlossene Rettungspaket für den Finanzmarkt noch das kürzlich verabschiedete Konjunkturpaket für einen Stimmungsumschwung bei den Konsumenten sorgen.“ Die Produktionsstopps in der Autoindustrie schürten die Angst vor einem Jobverlust.

Ob sich das Konsumklima 2009 weiter stabilisiert, hängt der GfK zufolge von Dauer und Tiefe der Rezession ab. „Sollte sich die Beschäftigungssituation erneut verschärfen und die Zahl der Arbeitslosen wieder deutlich steigen, würde dies auch die Konsumstimmung nachhaltig treffen“, sagte Bürkl. Der erwartete leichte Anstieg der Konsumausgaben rücke dann in weite Ferne.

dpa/Reuters/oht