In Europa gibt es weiterhin dramatisch große Unterschiede in der Kaufkraft. Während die Bewohner Liechtensteins in diesem Jahr umgerechnet fast 45.000 Euro ausgeben können, haben die Moldawier nicht einmal 800 Euro zur Verfügung. Deutschland klettert nach einer Studie des Markforschungsinstitutes GfK mit knapp 19.000 Euro von Platz elf auf Rang zehn.
Die GfK hatte in 41 Ländern die verfügbaren Nettoeinkommen in Euro erfasst, einschließlich der staatlichen Transferzahlungen. Insgesamt stehen den Einwohnern Europas danach rund acht Billionen Euro für den Konsum zur Verfügung – genau so viel wie 2007. Im Durchschnitt hat jeder Bewohner 12.500 Euro zum Ausgeben. „Allerdings sind die Auswirkungen der Finanzkrise in dieser Studie unberücksichtigt“, heißt es bei der GfK.
Dennoch gehört Island bereits zu den Hauptverlierern. Auch ohne die Folgen des Bankenzusammenbruchs rutschte der Inselstaat von Platz vier auf Rang sieben ab. In der Auswertung für 2009 dürfte es weiter abwärts gehen. Großbritannien fiel aus der Liste der zehn reichsten Länder heraus, dafür rückte Deutschland nach. Auf dem Treppchen hat sich gegenüber dem Vorjahr nichts geändert: Hinter Liechtenstein stehen Luxemburg und die Schweiz. Auch im Mittelfeld gab es kaum Bewegung: Ungarn fiel um drei Stellen auf Platz 28. Estland (bisher Platz 26) und die Slowakei (zuletzt Rang 24) tauschten die Plätze. Auch innerhalb der Länder gibt es große Unterschiede: So verfügen etwa in Ungarn die Bewohner Budapests über knapp 9000 Euro, während die Landsleute in den schwächsten Gebieten mit 2000 Euro auskommen müssen.
Im Gegensatz zu Westeuropa erkennt die GfK im Osten zum Teil „beträchtliche“ Kaufkraftzuwächse. Ein weiterer Unterschied: Im Westen des Kontinents liegen die Regionen mit der höchsten Kaufkraft meist in Gemeinden in der Nähe großer Ballungsgebiete. In Osteuropa hingegen sind die Städte selber vorne.
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