Nach Informationen von „Bild am Sonntag“ will das Immobilien-Konsortium Highstreet, an dem die US-Investmentbank Goldman Sachs die Mehrheit der Anteile hält, die 120 Karstadt-Häuser vollständig übernehmen und als Konzern erhalten.

Den Informationen aus Verhandlungskreisen zufolge wolle Highstreet, denen die Immobilien von 86 Karstadt-Filialen gehören, noch diese Woche dem Karstadt-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg ein entsprechendes Angebot machen und gehe als Favorit in die Schlussrunde, berichtete das Blatt. In Geheimverhandlungen habe sich das Konsortium bereits mit der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di auf die Details einer Übernahme geeinigt.

Die wichtigste Nachricht für die rund 25.000 Mitarbeiter sei: Es solle keine Entlassungen in größerem Umfang geben. Außerdem sollen die Mitarbeiter künftig für individuelle Leistungen einen Bonus erhalten.

Allerdings solle die Wochenarbeitszeit der Karstadt-Mitarbeiter von jetzt 37,5 auf 39,5 Stunden ohne Lohnausgleich erhöht werden. Die Mitarbeiter sollen diesen Plänen zufolge am Unternehmen beteiligt werden, wie es weiter hieß. So sollten die Arbeitnehmer künftig rund 15Prozent am Karstadt-Konzern halten.

Vermieter Highstreet wolle ebenfalls einen Sanierungsbeitrag für die Karstadt-Zukunft leisten und die Mieten reduzieren. Als Kaufpreis seien 40 Millionen Euro im Gespräch.

Auch der Metro-Konzern sei noch im Rennen um Karstadt. Vorstandschef Eckhard Cordes habe in einem Brief an Insolvenzverwalter Görg erneut Interesse an der Übernahme einer größeren Anzahl von Karstadt-Häusern signalisiert, „um diese Standorte in einem Gesamtkonzept mit unserer Kaufhof Warenhaus-Kette zusammenführen“.

Der Karstadt-Interessent Nicolas Berggruen trat Zweifeln über die Nachhaltigkeit seines geplanten Engagements entgegen. „Ich kann das Unternehmen retten. Das ist eine seriöse Angelegenheit“, sagte der Investor.

Er habe kein Interesse an einer kurzfristigen Maximierung der Gewinne und einem kurzfristigen Weiterverkauf des Handelskonzerns. „Wenn jetzt der Eindruck entsteht, hier will ein Überflieger das schnelle Geld machen, so ist der falsch.“ Seit mindestens sechs Monate beschäftige sich ein großes Team intensiv mit Karstadt. Jetzt fühle er sich so gut vorbereitet, um sagen zu können, er könne Karstadt retten.

AFP/Reuters/omi