Das Thema Karstadt kehrt möglicherweise auf die politische Bühne zurück. Nach Informationen von Morgenpost Online hat der bisher einzige Karstadt-Interessent Triton bei der Bundesregierung die Möglichkeiten einer staatlichen Unterstützung ausgelotet.
Offenbar soll es um eine Absicherung neuer Bankkredite gehen. Ein Triton-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern. „Unser Angebot ist ein stehendes Konzept, das nicht auf zusätzliche Hilfe angewiesen ist“, sagt der Sprecher. Am Markt gilt es jedoch als äußerst schwierig, ohne Absicherung größere Kredite für das Krisenunternehmen Karstadt zu bekommen.
Der US-Finanzinvestor will bei einer Übernahme der insolventen Kaufhauskette Karstadt einem Medienbericht zufolge 4000 Jobs streichen. Das sehe das Konzept des Investors vor, das von den wichtigsten Karstadt-Gläubigern erstmals beraten worden sei, berichtete die „Bild am Sonntag“.
Demnach ist Triton bereit, 30 Millionen Euro an den Insolvenzverwalter für die Übernahme des Traditionsunternehmens zu zahlen. Triton ist Medienberichten zufolge der einzige Interessent, der ein konkretes Übernahmekonzept für Karstadt vorgelegt hat.
„Das Konzept sieht weitere Konzessionen bei den Mitarbeitern und den Vermietern vor“, sagte Triton-Sprecher Max Hohenberg. Die in Medienberichten genannten Zahlen wollte der Sprecher nicht kommentieren.
Die offizielle Frist für Angebote war am 23. April abgelaufen. Der Insolvenzverwalter des Unternehmens, Klaus Hubert Görg, hatte bestätigt, dass nur ein Angebot für das Warenhaus eingegangen sei. Neben dem Kaufpreis von 30 Millionen will Triton laut „Bild am Sonntag“ zudem 60 Millionen Euro in das Unternehmen investieren.
Einem „Spiegel“-Bericht zufolge will der Investor zudem an den Vereinbarungen mit den Arbeitnehmern rütteln: Die Tarifverträge für die Karstadt-Angestellten seien so nicht haltbar, berichtete das Magazin unter Berufung auf das Triton-Umfeld.
Jetzt stünden Einzelgespräche unter anderem mit Arbeitnehmervertretern und dem Karstadt-Management an, sagte Triton-Sprecher Hohenberg, betonte aber: „Wir wollen sanieren, nicht abwickeln.“ Das Unternehmen glaube an das Potenzial von Karstadt. Voraussetzung sei aber, dass „sich alle noch mal bewegen“. Triton habe seinem Angebot ein strategisches Konzept beigefügt und wolle „nicht mit verdeckten Karten spielen“.
Karstadt war 2009 zusammen mit seinem Mutterkonzern Arcandor pleitegegangen. Görg will 120 Karstadt-Häuser an einen Bieter verkaufen und so eine Zerschlagung des Unternehmens vermeiden. Die Karstadt-Gläubiger hatten am 12. April dem Sanierungsplan Görgs und somit einem Verkauf des Unternehmens an einen Investor zugestimmt.
sl/AFP/dpa/oht





