Fiat wird nicht an dem Gespräch zur Rettung von Opel mit der Bundesregierung teilnehmen. Fiat-Chef Sergio Marchionne sagte, er sei nicht in der Lage, für Fiat und die Opel-Mutter General Motors einen fairen Übernahmevorschlag vorzulegen. Es sei ihm nicht gelungen, vollen Einblick in die Bücher von Opel zu bekommen. Sein Konzern könne nicht wegen einer Notlage außerordentliche Risiken eingehen. Grundsätzlich sei man aber offen für weitere Gespräche mit allen Beteiligten.
Auch der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna drohte mit dem Ausstieg aus den Verhandlungen. „Bild.de“ berichtete: „Auch Magna steht kurz davor hinzuschmeißen.“ Vertreter von Magna und des Opel-Mutterkonzerns General Motors (GM) bereiteten am Vormittag in Berlin das erneute Krisentreffen zu Opel im Kanzleramt vor. Wie „Bild.de“ aus Verhandlungskreisen erfuhr, gibt es von GM immer neue Forderungen.
Eine erste Verhandlungsrunde mit allen Opel-Beteiligten war in der Nacht zum Donnerstag an neuen Geldforderungen von GM und fehlenden Sicherheiten für staatliche Hilfen gescheitert. GM hatte überraschend einen neuen Finanzbedarf für Opel in Höhe von 300 Millionen Euro angemeldet, der bereits in den nächsten Tagen fließen soll. Die Bundesregierung hatte abgelehnt, diese Summe zu übernehmen. Die Regierung hatte den Interessenten für Opel und den US-Verhandlungspartnern eine Frist bis zum frühen Nachmittag gesetzt. Bis 14.00 Uhr soll eine von den Investoren, GM und der US-Regierung unterzeichnete Absichtserklärung vorliegen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel schloss indes eine Insolvenz von Opel nicht mehr aus. Merkel sagte dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“: „Wir setzen alles daran, eine andere Lösung zu finden.“ Eine direkte Beteiligung des Staates komme aber nicht in Betracht. Merkel übte in dem Magazin Kritik an der US-Regierung.
Um Opel zu retten, sei eine noch intensivere Zusammenarbeit mit den Amerikanern nötig. „Hier gibt es sicherlich noch Steigerungsmöglichkeiten auf amerikanischer Seite“, wird sie zitiert. Die Vorwürfe der SPD gegen Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wies die Kanzlerin zurück. Guttenberg tue nichts weiter als seine Pflicht, wenn er sowohl auf die Erhaltung von Arbeitsplätzen als auch auf das Geld der Bürger achte.
Am Morgen sah der hessische Ministerpräsident Roland Koch noch ein Zugehen von General Motors auf deutsche Interessen. „Ich sehe Bewegung, ob die Bewegung reicht, werden wir heute Mittag sehen“, sagte Koch am Freitag im Deutschlandfunk.
Koch sagte, die Verhandlungen seien kompliziert. „Das ist ein schwieriger Prozess, er hat ein offenes Ende, er ist nicht ohne Risiken.“ Der CDU-Politiker forderte erneut eine langfristige positive Prognose für Opel.
Die Bundesregierung hofft auf eine Entscheidung am Freitag, da am Wochenende eine Insolvenz der Opel-Mutter General Motors droht. Sollte keine Lösung gefunden werden, schließt die Bundesregierung eine Insolvenz von Opel mit seinen rund 25.000 Beschäftigten in vier deutschen Werken nicht aus.
Reuters/AFP/dpa/dma




