Der Dax stieg auf ein Jahreshoch bei 5814 Punkten und wies zum Handelsende noch ein Plus von 1,3 Prozent 5783 Zähler aus. Wie der Dax kletterten auch der MDax der mittelgroßen Werte und der Technologieindex TecDax auf neue Jahresbestmarken.

Während der MDax bis auf 7638 Punkte anzog und damit auf den höchsten Stand seit Ende September, erreichte der TecDax mit 780 Zählern den höchsten Stand seit 13 Monaten. Zuletzt wiesen die beiden Indizes noch Aufschläge von einem Prozent und 2,4 Prozent aus.

Am Rentenmarkt notierte der Bund-Future nach schwächerem Auftakt zuletzt 23 Ticks im Plus. Die zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 3,18 Prozent. Spekulationen auf eine möglicherweise früher als erwartet kommende Zinsanhebung der US-Notenbank drückten den Euro zeitweise bis auf 1,4677 Dollar.

Im Verlauf erholte sich die Gemeinschaftswährung jedoch wieder auf Kurse um 1,4791 Dollar nach 1,4720 Dollar im späten US-Geschäft vom 9. Oktober. Nach Alcoa überraschte nun auch der niederländische Elektronikkonzern Philips mit einem positiven Quartalsergebnis. Davon profitierten am hiesigen Markt Infineon, die sich mit einem Aufschlag von fünf Prozent an die Dax-Spitze setzten.

Händler verwiesen auch auf positive US-Vorgaben aus dem IT-Sektor. Dort hatten am 9. Oktober zahlreiche Technologietitel wie Advanced Micro Devices (AMD) von einer positiven Branchenstudie profitiert. Die Analysten hatten den IT-Hardwaresektor von „Neutral“ auf „Positiv“ hochgestuft. Auch die Anteilscheine von Siemens reagierten auf das überraschende Philips-Ergebnis mit einem Plus von 2,6 Prozent.

Zu den größten Dax-Gewinnern zählten zudem einige Autowerte, allen voran VW mit einem Plus von 3,1 Prozent. VW hatte in China in den ersten neun Monaten 2009 mit einer Million Autos bereits soviel verkauft wie im ganzen Vorjahr zusammen. In dem freundlichen Marktumfeld verteuerten sich auch die Titel von BMW um 2,1 Prozent.

Aktien der Deutschen Post gaben indes am Dax-Ende um 0,6 Prozent nach. Private Konkurrenten der Post wollen nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ bis zum Jahresende ein Gemeinschaftsunternehmen gründen. Unter Federführung der deutschen Tochter des niederländischen Postunternehmens TNT sei dabei der Aufbau eines eigenen bundesweiten Zustellnetzes geplant, berichtete das Magazin unter Berufung auf Verhandlungskreise.

Ein düsterer Geschäftsausblick und die daraufhin abgesagten Fusionsgespräche zwischen den beiden weltgrößten Druckmaschinenherstellern Heidelberger Druck und ManRoland ließen die im MDax gelisteten Aktien von Heidelberger Druck um 21,2 Prozent auf 5,80 Euro abstürzen.

Hingegen schob eine Kaufempfehlung der Deutschen Bank die Papiere von Klöckner & Co. (KlöCo) um fünf Prozent nach oben. Der Branchenprimus hatte das Votum von „Halten“ auf „Kaufen“ heraufgesetzt und in einer Studie unter anderem auf die starke Bilanz und ein erhebliches Wertschöpfungspotenzial von Klöckner verwiesen.

Im TecDax verteuerten sich Aixtron um 3,4 Prozent. Händler verwiesen neben den Philips-Zahlen auf eine Kaufempfehlung der WestLB. Aixtron werde von der Ausweitung der Kapazitäten asiatischer LED-Hersteller profitieren, zitierten Marktteilnehmer aus der WestLB-Studie.

Die Führung im TecDax übernahmen jedoch nach der Anhebung der Umsatz- und Ergebniserwartungen für das laufende Jahr die Aktien von Dialog Semiconductor. Sie stiegen um 14,2 Prozent. Nach Einschätzung der DZ-Bank ist die Aktie des Chipentwicklers im Vergleich zur Konkurrenz unterbewertet.

wej./Reuters