Die Fast-Food-Kette McDonald’s will nach einem geringeren Umsatzwachstum 2007 weniger neue Restaurants in Deutschland eröffnen. „Es ist besser, die bestehenden Restaurants zu erneuern als immer neue zu eröffnen“, sagte Deutschlandchef Bane Knezevic in München. Mit neuen, gesünderen Angeboten sowie moderner eingerichteten Filialen solle die Marke gestärkt werden. „Wir wollen besser statt einfach nur größer werden“, erläuterte Knezevic.
Das Unternehmen setzt weiter auf den Umbauprozess hin zu hochwertigeren Einrichtungen. In neu umgestalteten Restaurants würden die Verkäufe erfahrungsgemäß im ersten Jahr um zwölf Prozent steigen und auch danach schneller wachsen, sagte Knezevic. Bis Ende 2007 seien 685 der 1302 Restaurants umgebaut worden, Ende nächsten Jahres sollten es alle sein.
Einen der Gründe für das Wachstum selbst in für Fast-Food-Anbieter schwierigen Zeiten sieht Knezevic in den neu entwickelten „McCafés“. Seit Mai 2006 seien 397 dieser Kaffee-Ecken in deutschen McDonald’s Filialen eröffnet worden, bis Ende 2009 sollen weitere 250 dazu kommen. „McCafé soll auch die Leute über 50 Jahren ansprechen, für die McDonald’s bisher vielleicht keine Adresse war“, sagte Holger Beeck vom Vorstand. Diese Kunden könne man dann an das weitere Essens-Angebot heranführen. Für die Cafés habe das Unternehmen 2007 rund 3000 neue Mitarbeiter eingestellt. Für McDonald’s ist Deutschland der drittgrößte Markt nach den USA und Japan.
Mehr Obst, Gemüse und Säfte
Derzeit erweitert McDonald’s sein Angebot um Obst, Gemüse und frische Säfte. Im europäischen Testrestaurant in Kirchheim bei München komme das Café damit bereits auf einen Anteil von 7,5 Prozent. „Hier gibt es Potenzial“, sagte Knezevic. Zu den neuen Entwicklungen gehört unter anderem ein System, bei dem die Kunden über einen Bildschirm ihr Essen zunächst selbst oder mit Hilfe eines Mitarbeiters bestellen und dann mit einem Bon abholen können. „Dadurch geht alles noch sehr viel schneller“, erläuterte Knezevic.
In Zukunft will McDonald’s zudem stärker als bislang auf Franchise-Verträge setzen. Derzeit laufen rund 73 Prozent der deutschen Filialen über Franchise-Unternehmer. McDonald’s hat sich nach Angaben des Chefs zudem ein weiteres Ziel für die Zukunft gesetzt: Die Mitarbeiter sollen freundlicher werden. Dafür seien 2008 bereits Schulungen der Filialmanager geplant.
Der Umbau der McDonald’s-Restaurants und die Ausweitung der Café-Sparte haben der Fast-Food-Kette in Deutschland erneut einen Rekordumsatz gebracht. Er stieg im vergangenen Jahr um 4,9 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro, wie Knezevic erklärte. Die Zahl der Kunden nahm um vier Prozent auf 927 Millionen zu: 2,54 Millionen pro Tag.
Zum Gewinn machte McDonald’s Deutschland – wie in den Jahren zuvor - keine Angaben. Er sei aber sehr zufrieden, sagte Knezevic, der Gewinn sei gestiegen. McDonald’s Deutschland gehöre zu den profitabelsten Tochterunternehmen des Konzerns. „Wir machen hohe Umsätze pro Restaurant und das bedeutet auch hohe Gewinne.“ Die Zahl der McDonald’s Mitarbeiter stieg von 52.000 auf 55.000. 2008 könnten noch einmal 3.000 dazukommen, sagte Knezevic.
dpa/AP/ras





