Im Spitzensegment werde es künftig "Grandhotels" geben, die einen deutlich höheren Standard aufweisen sollen. Zunächst seien fünf Häuser dieser Art geplant, darunter der traditionsreiche Frankfurter Hof in der Mainmetropole und das Steigenberger Parkhotel in Düsseldorf, sagte Vorstandschef André Witschi (seit Februar 2008 im Amt) bei der Präsentation der neuen Strategie „2013+“. Da passt es nur zu gut, dass das im Frankfurter Hof beheimatete Restaurant Français mit Chefkoch Patrick Bittner in der deutschen Ausgabe 2009 mit einem Michelinstern ausgezeichnet wurde.

Als Gründe für die neue Strategie nannte Witschi unter anderem die demografische Entwicklung. „Der Altersdurchschnitt der Hotelgäste wird steigen.“ Zudem gehe er von einem langfristigen Trend zu mehr Kurzurlauben in europäischen Metropolen aus. Außerdem würden Hotels mit einer starken Marke an Bedeutung gewinnen.

Das neue Konzept solle deutsche Lebensart verkörpern, wie etwa Pünktlichkeit oder auch Lebensfreude. „Steigenberger hat seine Klasse aus der Geschichte heraus“, sagte Witschi.

Zugleich will die Hotelgruppe ihre zweite Marke, InterCityHotels, mit einem zeitgemäßen Design neu positionieren. So wurde eine modulare Architektur entwickelt: Damit können Räume innerhalb eines Tages etwa durch Schiebewände so umgebaut werden, dass sie morgens als Frühstücksraum dienen und abends als Hotelbar.

Zur Steigenberger-Gruppe gehören derzeit insgesamt mehr als 80 Hotels der Marken Steigenberger und InterCityHotels. Im Rahmen der Expansionspläne plant die Gruppe zurzeit zwölf neue Hotels mit zusammen rund 1700 Zimmern.

Künftig sollen „weiße Flecken“ im Steigenberger-Angebot besetzt werden, etwa die Städte Köln oder München. Auch in anderen europäischen Ländern sollen neue Hotels entstehen. Zugleich sollen aber Häuser abgegeben werden, die nicht mehr zur Strategie passen. Die Gelder für die Renovierungen sollen aus dem 200 Millionen Euro schweren Investitionsprogramm 2005 bis 2010 stammen, von denen bislang rund 100 Millionen Euro ausgegeben wurden.

Für einen konjunkturellen Abschwung sieht sich Steigenberger gut gerüstet. Dafür seien bereits Pläne ausgearbeitet worden. „Wir wissen genau, was wir tun müssen, wenn es im Januar nicht so läuft wie erwartet“, sagte Witschi. Derzeit gebe es in einigen Hotels zwar schon Buchungsrückgänge, bei den InterCityHotels gebe es derzeit aber für Januar mehr Buchungen als im Vorjahr. Für das Gesamtjahr 2009 rechnet die Steigenberger-Gruppe derzeit mit Null-Wachstum nach einem kleinen Plus in diesem Jahr.

Gerüchte der vergangenen Wochen, dass sich die Erben des Firmengründers Albert Steigenberger von Teilen der Betreibergesellschaft trennen wollen, wies das Unternehmen erneut zurück. Derzeit würden keine Verkaufsgespräche geführt.

dpa/heg