Das Hotel George V, das Hotel De Crillon oder das Plaza Athénée, das Ritz, das Bristol oder das Hotel Meurice – sie alle zählen zur Spitzengruppe des französischen Hotelangebotes, doch keines ist offiziell ein Fünfsternehotel. Denn Frankreich wird überhaupt erst zu Jahresbeginn einen fünften Stern als Hotelkategorie einführen, wie er international längst gang und gäbe ist.

Das französische Klassifizierungssystem sei seit 22 Jahren nicht mehr geändert worden, sagte der für Tourismus zuständige französische Staatssekretär, Hervé Novelli.

Es sei Zeit geworden, dass das beliebteste Reiseland der Welt ein System annehme, das einen Vergleich ermögliche. Nur in Frankreich sei die höchste Kategorie bislang "Vier Sterne Luxe“ gewesen; künftig werde es fünf Sterne für die besten Hotels geben, die Einstufung "0 Sterne“ werde abgeschafft.

Damit ein französisches Hotel sich künftig mit fünf Sternen schmücken darf, muss es 124 Kriterien erfüllen, darunter auch Anforderungen an Dienstleistung und Sauberkeit. Dies war in der bisherigen Klassifizierung nicht notwendig: Für ein "Vier Sterne Luxe“ gab es gerade einmal 33 Kriterien.

Staatssekretär Novelli hatte im Sommer gesagt, dass rund 15.000 französische Hotels renoviert werden müssten. Dafür seien „rund zehn Milliarden Euro“ nötig. Wirtschaftsministerin Christine Lagarde hatte seinerzeit besseren Service und mehr Höflichkeit angemahnt: "Damit die Touristen Frankreich lieben, müssen die Franzosen auch die Touristen lieben", sagte sie.

AFP/heg