Die zweitgrößte deutsche Landesbank BayernLB hat im dritten Quartal wegen der Turbulenzen auf den Finanzmärkten einen Verlust von einer Milliarde Euro eingefahren. Eine Prognose für das Gesamtjahr sei wegen der dramatischen Marktentwicklung nicht mehr möglich, teilte die BayernLB am Mittwoch in München mit. Für die ersten neun Monate des Jahres 2008 weist die BayernLB einen Verlust von 1,67 Milliarden Euro aus.

Die Bank kämpft seit längerem mit hohen Verlusten und stand zuletzt mit dem Rücken zur Wand. Der Freistaat Bayern schießt dem Institut nun aber zehn Milliarden Euro frisches Kapital zu. Die Kosten sollen mit einem massiven Stellenabbau gedrückt werden. Eine Prognose für das Gesamtjahr sei wegen der dramatischen Marktentwicklung nicht mehr möglich, teilte die BayernLB am Mittwoch in München mit.

Die Möglichkeit einer Fusion mit der LBBW scheint zunächst vom Tisch zu sein. Baden-Württembergs Finanzminister Ernst Pfister hatte dem "Mannheimer Morgen" gesagt, es gebe auf absehbare Zeit keine Gespräche mehr für einen Zusammenschluss. Vor gut einer Woche hatten Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) angekündigt, dass mit der BayernLB „nicht nur unverbindliche Sondierungsgespräche geführt werden“ sollen.

Oettingers Sprecher wollte die Minister-Äußerung nicht kommentieren. Bei der LBBW hieß es am Abend ebenfalls „kein Kommentar“. Sprecher Michael Pfister verwies aber auf die Aussagen der vergangenen Woche, nach denen es eine „grundsätzliche Gesprächsbereitschaft“ gebe.

Zu einer Fusion von LBBW und BayernLB hatte sich Seehofer stets skeptisch geäußert. „Ich sehe bis jetzt keine Lösung darin, zwei Kränkelnde auf den gleichen Weg zu schicken und zu hoffen, dass sie gesunden.“ Es würden Gespräche geführt. Priorität habe aber – wie im Koalitionsvertrag der CSU mit der FDP in München vereinbart – eine Privatisierung der BayernLB.

Reuters/dpa/dma