Die Aktienmärkte in Europa und den USA sind freundlich ins neue Jahr gestartet. Der Dax schloss am ersten Handelstag 2009 am Freitag 3,4 Prozent höher bei 4973 Punkten. Der Europa-Index Stoxx50 stieg um 3,5 Prozent auf 2137 Zähler.

Börsianer blieben nach dem Absturz im Vorjahr – der Dax rutschte mehr als 40 Prozent ab – allerdings skeptisch. „Ich fürchte, die Finanz- und Konjunkturkrise wird uns noch eine Weile erhalten bleiben“, sagte ein Händler. Auch 2008 hatte der Dax zunächst Gewinne verzeichnet: Mit 8100 Zählern kam der Index vor einem Jahr bis auf 50 Zähler an sein Rekordhoch vom 13. Juli 2007 heran. Ein anderer Börsianer sagte, der Markt sei aktuell kaum aussagekräftig. „Erst nächste Woche wird es wieder spannend, wenn alle aus dem Urlaub wiederkommen.“

Die New Yorker Aktienbörse startete mit einem dicken Plus ins neue Jahr. Der Dow-Jones-Index für 30 Industriewerte kletterte nach vorläufigen Berechnungen am Freitag um 258,30 Punkte oder 2,94 Prozent auf 9034,69 Zähler. Das wichtigste Börsenbarometer der Welt hatte zuletzt am 5. November über der Marke von 9000 Punkten geschlossen. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 55,18 Punkte oder 3,50 Prozent auf 1.632,21 Zähler.

An der Wall Street warteten Marktteilnehmer gespannt auf Einzelheiten zum Konjunkturprogramm, das der künftige US-Präsident Barack Obama am Montag mit Kongressmitgliedern besprechen will. Medienberichten zufolge ist eine Summe von 675 bis 775 Milliarden Dollar für Infrastruktur-Investitionen und Steuersenkungen im Gespräch.

Die Gewinnerliste im Dax führten die Aktien der Deutschen Börse an, und zwar mit einem Plus von 6,8 Prozent. Papiere von Henkel stiegen um 6,1 Prozent, die von Linde um 5,8 Prozent. „Man darf solche Kursbewegungen zu Jahresbeginn nicht überbewerten. Es kann an diesen Tagen auf dem Weg zu einer gewissen Normalität noch einige Verwerfungen geben“, sagte ein Händler indes und verwies auf Umschichtungen bei Fonds zum Jahreswechsel.

Auf der Verliererseite standen die Aktien der Deutschen Post mit einem Abschlag von 2,1 Prozent. Finanzchef John Allan geht zur Jahresmitte in den Ruhestand. Equinet-Analyst Jochen Rothenbacher wertete dies als negatives Zeichen. Allan habe unter anderem die Restrukturierung der Post vorangetrieben.

In Brüssel setzten die Aktien des angeschlagenen belgisch-französischen Finanzkonzerns Dexia ihre Erholungsrally mit Kursgewinnen von zehn Prozent fort. „Die Anleger hoffen auf eine Erholung der großen belgischen Finanzkonzerne“, sagte ein Händler in Brüssel. Dexia-Aktien haben 2008 fast 80 Prozent an Wert verloren.

Reuters/lw