Weihnachtsgeschäft

Nur wenige MP3-Player sind wirklich zu empfehlen

| Lesedauer: 4 Minuten
Thomas Jüngling

Zu den beliebtesten Produkten im Weihnachtsgeschäft gehören tragbare Abspielgeräte für Musik und Videos – doch nicht alle MP3-Player glänzen mit einem brillanten Klang. Morgenpost Online hat sich die Geräte angehört und zeigt, worauf man beim Weihnachtsshopping achten sollte.

Ausser live auf einem Konzert hören die meisten Menschen ihre Musik am liebsten im Radio, gefolgt von der Stereoanlage und dem Autoradio. Abgeschlagen sind der Computer und der MP3-Player. Der ist lediglich praktisch und bisweilen auch schick. Die Qualität der Musikwiedergabe allerdings reicht den meisten Hörern nicht aus, wie eine Studie Marktforschungsinstituts market ergeben hat.

Die neuen Modelle jedoch, die derzeit angeboten werden, sind mit verbesserten digitalen Signalprozessoren (DSP) und entsprechender Software ausgestattet. Einige liefern satte Bässe, andere beherrschen sogar Rundumklang. Der DSP FullSound von Philips zum Beispiel verstärkt Bässe und Obertöne, ohne dass er den Klang dabei stark verzerrt. Zusätzlich erhöht die Technik die Dynamik, also das Verhältnis zwischen dem leisesten und lautesten Ton. Ein wenig kann FullSound sogar den Stereoeindruck darstellen.


Auf jeden Fall sollten sich Käufer eines MP3-Players nicht auf die mitgelieferten Ohrstöpsel verlassen: Sie sind fast immer schlecht, häufig sogar miserabel. Wichtig ist daher, dass der Player über eine Buchse für Mini-Klinkenstecker verfügt. Über einen Adapter lassen sich so gute Kopfhörer anschließen. Dazu gehören nicht nur Modelle, die das ganze Ohr umschließen, sondern auch so genannte In-Ear-Kopfhörer, die im Gehörgang sitzen.


Um die Lautsprecher liegt eine Schicht Silikon, das für festen Sitz im Gehörgang sorgt und Umgebungslärm weitgehend ausschließt. Von hoher Qualität sind die super.fi von Ultimate Ears, die allerdings auch 150 Euro kosten. Preisgünstiger sind zum Beispiel das Sennheiser-Modell LX90 und Panasonics RP-HJE240. Wichtig ist darüber hinaus, wie einfach die Player zu handhaben sind.

Die Standards sind zu beachten

Mittlerweile unterstützen die meisten Modelle fast alle gängigen Audioformate. Zu beachten ist vor allem, dass der Player mit dem Standard zurechtkommt, in dem auch die im Musikarchiv zu Hause abgelegten Titel gespeichert sind. Ansonsten lassen sich die Stücke nur mit Mühe auf dem neuen Gerät abspielen. Dazu müssen Nutzer die Dateien erst mithilfe einer Software in das passende Format umwandeln.

Wer seinen Audioplayer vor allem zum Joggen benutzt, sollte ein Modell mit eingebautem Flashspeicher kaufen. Diese Speicher sind wesentlich robuster und kommen mit Erschütterungen besser zurecht als Player mit einer Festplatte. Wird der MP3-Player viel unterwegs genutzt, sollte die Spieldauer mit einer Akkuladung 20 Stunden mindestens betragen. Viele Modelle kommen bereits auf 40 Stunden oder mehr, zumindest wenn sie nur Musik wiedergeben.

Zu den besten und interessantesten Medienplayern gehört nach wie vor Apples iPod. Vor allem der iPod touch in der zweiten Generation (mit 32-Gigabyte-Speicher für knapp 380 Euro) zeigt, wie einfach die Bedienung eines technischen Geräts sein kann. Der Player beherrscht außerdem mehr Funktionen als die meisten Konkurrenzmodelle: Er spielt Musik und Videos, lässt sich über ein WLAN-Funknetz mit dem Internet verbinden und unterstützt Outlook. Der iPod touch kann E-Mails verwalten, Fotos darstellen und bietet mit Safari einen sehr guten Webbrowser. Außerdem können Nutzer über den iTunes AppStore viele weitere Anwendungen herunterladen, zum Beispiel Google Maps, Wettervorhersagen und einen Kalender.

Sonys NWZ-Reihe mit hoher Qualität

Eine ähnlich hohe Qualität, aber mit deutlich besserem Klang, liefern Sonys Geräte der NWZ-Reihe (etwa 140 Euro). Auch diese Player sind einfach zu bedienen, das gilt für die Musik- und Videowiedergabe ebenso wie für die Darstellung von Fotos. Mit Drag and Drop ist es sehr einfach, den Speicher mit Dateien zu füllen. Beeindruckend ist der warme Klang, den das kleine Gerät wiedergibt. Es fehlen jedoch eine Diktierfunktion, ein UKW-Radio und ein Lesezeichen. Recht kompliziert ist es darüber hinaus, Videodateien in das passende Format zu bekommen.

Sehr gute Werte bietet auch der Cowon iAudio D2 (etwa 150 Euro mit acht Gigabyte), der zwar seit mehr als einem Jahr am Markt ist, aber immer noch zu den besten Playern gehört. Der Klang ist von hoher Güte, außerdem erreicht ?das Modell eine beeindruckende Akkulaufzeit von mehr als 50 Stunden Musikwiedergabe. Einen klaren Klang liefert auch SanDisks Sansa View (etwa 130 Euro), der darüber hinaus mit fast allen Dateiformaten zurechtkommt. Das Gehäuse wirkt bestens verarbeitet, Minuspunkte gibt es jedoch für die etwas umständliche Bedienung.