Musikindustrie

US-Label Atlantic verkauft mehr Downloads als CDs

Trendwende in der Musikbranche: Das Label Atlantic, eine Tochter des drittgrößten Musikkonzerns Warner Music, hat erstmals mehr Musik-Downloads als CDs verkauft. Der Umsatz im Internetgeschäft steigt überproportional – doch das macht die Verluste in der Branche durch den Absatzknick bei CDs nicht wett.

Der Musikkonzern Warner Music Group hat seinen Gewinn im vierten Geschäftsquartal 2007/2008 steigern können. Bei seinem Label Atlantic Records übertraf der Verkauf von Downloads erstmals den der CDs, was als wegweisend für die Musikindustrie gilt. Der Umsatz mit Downloads stieg bei Atlantic um 51 Prozent, bei Warner Music betrug der Download-Anstieg insgesamt 28 Prozent. Das Online-Geschäft bei Warner steuert inzwischen latu dem Unternehmen ein Viertel seines Umsatzes bei.

Der Konzernumsatz ging im vierten Quartal jedoch um ein Prozent auf 854 Millionen Dollar zurück. Der Gewinn stieg dabei um vier Prozent je Aktie auf sechs Millionen Dollar. Der Kurs der Warner-Aktie stieg um 4,3 Prozent auf 2,92 Dollar.

Mit dem höheren Quartalsgewinn hat der weltweit drittgrößte Musikkonzern inmitten der Branchenkrise seine Verlustserie vorerst gestoppt. Stars wie die Heavy-Metal-Band Metallica und Rapper T.I. brachten dem US-Unternehmen im vergangenen Quartal einen kleinen Gewinn von sechs Millionen Dollar.

Wegen zuvor drei roten Quartalen in Folge stieg das Minus im gesamten Geschäftsjahr 2008 (endete am 30. September) aber von 21 Millionen auf 56 Millionen Dollar (43 Millionen Euro). Wie die Wettbewerber leidet Warner Music unter Einbrüchen im CD-Geschäft durch das Angebot im Internet.

Im Gesamtjahr verkauften sich Stars wie Madonna, Josh Groban und Led Zeppelin am besten. Der Jahresumsatz stieg dank Währungseffekten um drei Prozent auf knapp 3,4 Milliarden Dollar. Für das laufende Geschäftsjahr warnte der Musikkonzern angesichts der düsteren Konjunkturaussichten vor großen Erwartungen. Besonders die ersten sechs Monate dürften schwach ausfallen.