Anders als in Deutschland scheint in Großbritannien eine kräftige Senkung der Mehrwertsteuer kein Tabu für die Politik zu sein. Erstmals seit 34 Jahre wollen die Briten die Mehrwertsteuer senken. Geplant ist eine Reduzierung des Satzes von 17,5 auf 15 Prozent. Die wichtigste Verbrauchssteuer soll zeitlich befristet werden und eine Dauer von 18 bis 24 Monaten haben, schreibt die britische Zeitung "The Independent".
Damit will die britische Regierung die strauchelnde Wirtschaft ankurbeln und dem Weihnachtsgeschäft Flügel verleihen. Insgesamt unterstütze die Regierung die Wirtschaft mit etwa 15 bis 20 Milliarden Pfund (23,7 Mrd. Euro). Allein die Mehrwertsteuersenkung koste 12,5 Milliarden Pfund und sei somit zentraler Punkt des Programms.
Das Hilfsprogramm der Regierung von Premier Gordon Brown will Finanzminister Alistair Darling am Montag als Teil seines Zwischen-Haushaltsberichts vorstellen. Beobachter rechnen neben der Mehrwertsteuersenkung mit einem noch umfangreicheren Paket: Geplant sind nach Medienangaben auch Steuersenkungen für die ärmeren Bürger und Steuererleichterungen für kleine und mittelständische Unternehmen. Großbritannien steht wegen der internationalen Finanzkrise kurz vor einer Rezession.
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