Das Krisenmanagement der Bundesregierung in Zeiten der weltweiten Finanzkrise kommt bei den Deutschen gut an. Das jedenfalls legt eine Umfrage von Infratest Dimap im Auftrag der ARD-"Tagesthemen“ und Morgenpost Online nahe. Drei Viertel der Befragten attestieren dem Kabinett Merkel, schnell und entschlossen gehandelt zu haben. Die Bundeskanzlerin und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) bekommen gute Noten, während die Auftritte von Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) überwiegend negativ bewertet werden.


Eine überwältigende Mehrheit von fast 70 Prozent befürwortet das Konjunkturprogramm, das am vergangenen Mittwoch verabschiedet worden ist, obwohl es zu zehn Milliarden Euro zusätzlichen Schulden führt. Diese Zustimmung ist unter Anhängern der Parteien noch einmal größer als beim Durchschnitt der Bevölkerung – bei den Grünen befürworten mit 78 Prozent die meisten ein Konjunkturprogramm, bei der SPD sind es mit 69 Prozent am wenigsten.


Mit dem Rettungspaket für die Banken kann sich die Regierung der mehrheitlichen Unterstützung der Bürger sicher sein: Sechs von zehn (62 Prozent) würden es sogar begrüßen, wenn der Staat angesichts des eklatanten Marktversagens im Finanzsektor generell wieder stärker in die Wirtschaft eingreifen würde. Jeder Zweite (51 Prozent) befürwortet gar eine staatliche Beteiligung an Schlüsselindustrien.


Von dieser Grundstimmung profitiert der Befragung zufolge aber nicht die für Verstaatlichungen eintretende Linkspartei. Sie konnte bei der Sonntagsfrage nur einen Punkt auf 12 Prozent zulegen. Die Union würde 37 Prozent der Stimmen erhalten – plus 2 gegenüber dem Vormonat. Der Höhenflug der FDP scheint gestoppt: Sie erhielte nur noch 11 Prozent (minus 2), SPD und Grüne stagnieren bei 25 beziehungsweise 11 Prozent.


Bei der Frage, für wen sich die Bürger bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers entscheiden würden, profitiert die Amtsinhaberin leicht. Für Angela Merkel stimmten 54 Prozent (plus 1), für den SPD-Kandidaten, Außenminister Frank-Walter Steinmeier, 31 Prozent (minus 1).


Persönlich fühlen sich die Deutschen gut gegen die Finanzkrise gewappnet. So erwarten 58 Prozent der Befragten, dass es ihnen in einem Jahr wirtschaftlich etwa so gut geht wie heute. Die Zahl derjenigen, die glauben, ihre Lage werde sich in zehn Jahren verschlechtern, hat sogar um zehn Prozent abgenommen. 20 Prozent rechnen vielmehr damit, dass es ihnen in zehn Jahren besser gehen wird als heute – eine Zahl, die sich durch die Finanzkrise überhaupt nicht verändert hat. Vorsichtig und skeptisch ist nur etwa ein Drittel der Deutschen. Sie geben an, Weihnachten weniger ausgeben zu wollen als im vergangenen Jahr. So jedenfalls ist derzeit noch die Absicht. Wie es dann tatsächlich in der Adventszeit gehandhabt wird, das steht wieder auf einem ganz anderen Blatt.