Für 1,9 Milliarden US-Dollar (1,4 Milliarden Euro) kauft die spanische Bank Santander die größte US-Sparkasse Sovereign Bancorp. Dies teilten beide Unternehmen mit. Die Übernahme soll im ersten Quartal 2009 abgeschlossen werden.
Sovereign verfügt über Vermögenswerte von 79 Milliarden Dollar und ist mit 750 Filialen vor allem im Nordosten der USA präsent. Der von der Finanzkrise gebeutelte US-Konzern wies einen vorläufigen Nettoverlust für das dritte Quartal in Höhe von 982 Millionen Dollar aus. Darin enthalten seien Verluste aus Beteiligungen an den inzwischen in einer Notrettung praktisch verstaatlichten Hypothekengiganten Fannie Mae und Freddie Mac sowie aus dem Verkauf von strukturierten Kreditprodukten.
Sovereign werde in dem Geschäft mit 3,81 Dollar pro Aktie bewertet, hieß es. Das ist auch der Schlusspreis vom 10. Oktober. Am 13. Oktober war der Kurs der US-Aktie auf 3,68 Dollar gefallen. Santander kann die Investition dennoch als Schnäppchen betrachten: Ihren bisherigen Anteil von 24,35 Prozent hatte sie vor drei Jahren noch zu 27 Dollar je Aktie gekauft. Seit Mitte September ist die Aktie der US-Bank um mehr als 60 Prozent abgestürzt.
Santander ist in der taumelnden Finanzbranche auf Schnäppchenjagd. Erst im vergangenen Monat erwarben die Spanier in Großbritannien den angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Bradford & Bingley. Der anderen britischen Tochter, Abbey National, griff Santander mit einer Kapitalspritze von einer Milliarde Pfund unter die Arme. Die von der Regierung angebotenen Staatshilfen für die Finanzbranche braucht Abbey damit nicht in Anspruch zu nehmen.
Sovereign ist zur größten Sparkasse in den USA aufgestiegen, nachdem JPMorgan Chase im September die Bankgeschäfte von Washington Mutual gekauft hatte. Die US-Bank Wells Fargo darf außerdem die Konkurrentin Wachovia übernehmen. Damit rückt das gemeinsame Unternehmen mit mehr als 6000 Bankfilialen an die Spitze des Geschäfts mit Privatkunden auf.
AP/dpa/oht



