Job-Studie

Einmal Niedriglohn – immer Niedriglohn

Nur jeder achte als Geringverdiener Beschäftigte schafft den Sprung aus dem Niedriglohn-Sektor. Die meisten der Billig-Jobber sind Frauen. Sie beziehen noch häufiger dauerhaft Niedriglohn. Und mehr als die Hälfte dieser Arbeitnehmer verfügt über eine Ausbildung – oder sogar Abitur.

Nur jeder achte Beschäftigte schafft den Sprung aus dem Niedriglohnsektor in ein besser bezahltes Arbeitsverhältnis. Das geht aus einer Studie des Nürnberger Instituts für Arbeits- und Berufsforschung (IAB) und des Lehrstuhls für Arbeitsmarkt- und Regionalpolitik der Universität Nürnberg-Erlangen hervor.


Demnach war jeder dritte Geringverdiener aus den Jahren 1998 und 1999 auch 2005 noch immer als Vollzeitbeschäftigter im Niedriglohnbereich tätig. Über die Hälfte der Geringverdiener hatte Abitur oder eine Ausbildung.

Vor allem Frauen sind im Niedriglohnbereich beschäftigt. Während sie nur gut 35 Prozent aller Vollzeitbeschäftigten ausmachen, stellen sie fast 60 Prozent der Vollzeit beschäftigten Geringverdiener. Ihr Risiko sei auch größer, im Niedriglohnsektor zu bleiben. So schaffte zwar jeder fünfte Mann innerhalb von sechs Jahren den Sprung über die Niedriglohnschwelle, bei den Frauen war es aber nur jede zehnte.


Die Chancen, aus einer schlecht bezahlten Arbeit in eine besser bezahlte Position zu wechseln, nehmen der Untersuchung zufolge mit der Größe eines Betriebs zu. In einer Firma mit mehr als 500 Mitarbeitern sei die Möglichkeit, den Niedriglohnsektor hinter sich zu lassen, doppelt so hoch wie in Kleinbetrieben mit maximal 20 Beschäftigten. Auch ein Betriebswechsel führe häufig zu einer Verbesserung der Einkommenssituation.

Als Niedriglohn wird in der Studie ein Einkommen von zwei Dritteln des Durchschnittslohns bezeichnet. Damit lag die Niedriglohnschwelle 2005 in Westdeutschland bei 1778 Euro brutto und in Ostdeutschland bei 1323 Euro.