Einzelhandel

Warenhauskette Hertie meldet Insolvenz an

Hertie mit 4100 Mitarbeitern hat Insolvenz angemeldet. Das bestätigte eine Sprecherin des Essener Amtsgerichts. Die Warenhauskette war wegen der Finanzprobleme seines britischen Haupteigentümers in Schwierigkeiten geraten. In Berlin bangen nun Mitarbeiter der drei Filialen um ihre Jobs.

Ein rabenschwarzer Tag für 4100 Hertie-Mitarbeiter: Die Warenhauskette hat Insolvenz angemeldet. Das bestätigte das Essener Amtsgericht. Die Briten hatten 2005 von KarstadtQuelle, der heutigen Arcandor, 74 kleinere Filialen übernommen, die unter dem Traditionsnamen Hertie betrieben werden. Medienberichten zufolge schrieb Hertie in den vergangenen beiden Jahren jeweils rund 30 Millionen Euro Verlust. Die Warenhauskette äußert sich dazu nicht.

Dennoch prüft die Unternehmensleitung die Fortführung einzelner Standorte. Dazu will Hertie zusammen mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter die Rentabilität der einzelnen Standorte einer genauen Analyse unterziehen. Dies teilte der Warenhaus-Konzern mit. „Zudem werden wir unverzüglich Gespräche über die Finanzierung des Insolvenzgeldes für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hertie GmbH führen", heißt es in der Mitteilung.

Von 74 Filialen sind heute noch 73 geblieben. In Berlin gibt es drei Hertie-Warenhäuser: in Tegel an der Berliner Straße, in Moabit an der Turmstraße und in der Schöneberger Hauptstraße.

Das Londoner Finanzhaus Dawnay Day hält seit drei Jahren 85 Prozent an Hertie und hatte bisher die Millionenverluste der 73 Warenhäuser ausgeglichen. Die übrigen 15 Prozent hält die britische Unternehmensberatung Hilco. Die Investoren hatten die Warenhauskette mit damals 74 Häusern von KarstadtQuelle für 500 Mio. Euro gekauft. Seitdem sollen insgesamt 170 Millionen Euro Verlust aufgelaufen sein. Bis zur letzten Minute wurde über eine Fortführung der Geschäfte verhandelt.