Als Konsequenz aus der Hypothekenkrise soll die US-Notenbank Fed mehr Macht und Kontrolle über Investmentbanken und andere Finanzinstitute erhalten. Fed-Chef Ben Bernanke und Finanzminister Henry Paulson warben am Donnerstag vor Abgeordneten des US-Kongresses für eine umfassende und langfristig ausgerichtete Reform der Banken- und Finanzaufsicht, damit sich die jüngste Kreditkrise nicht wiederholt. Zudem müsse die restliche Volkswirtschaft künftig besser vor Fehlentwicklungen in der Finanzwelt geschützt werden.
Die Beinahepleite und anschließende Notrettung der Investmentbank Bear Stearns habe gezeigt, wie überholt das jetzige System der Finanzaufsicht in den USA sei, warnte Paulson. „Wir müssen schneller damit vorankommen, unseren Regulierungsrahmen zu erneuern und sowohl die Aufsicht als auch die Disziplin am Markt zu verbessern“, sagte der Minister vor dem Hausfinanzierungsausschuss im Kongress. Bernanke nannte vor allem Investmentbanken und andere Wertpapierhändler, die langfristig gesehen strenger reguliert werden müssten.
Beide Spitzenpolitiker räumten allerdings ein, dass angesichts der US-Präsidentenwahl im November wohl erst im nächsten Jahr mit einer umfassenden Reform zu rechnen sei. Grundsätzlich sei eine Krise wie die jetzige nie gänzlich zu verhindern, sagte Paulson und forderte Notfall-Kompetenzen für die Behörden, um bei finanziellen Engpässen schneller eingreifen zu können.
Wichtig sei, dass Marktteilnehmer sich nie sicher sein dürften, dass der Staat und damit der Steuerzahler im Ernstfall einspringe und die Zeche zahle. „Damit Disziplin am Markt herrscht und Risiken wirkungsvoll eingrenzt werden, müssen Finanzinstitute auch scheitern dürfen“, erklärte Paulson. Nur so könnten künftig Gefahren am Markt minimiert und größere Finanzkrisen verhindert werden.
Reuters/dma


