Allen voran waren es die Finanzwerte, die den Dax bis zum Handelsschluss um 1,3 Prozent auf 6386 Punkte anschoben. Noch deutlicher nach oben ging es für den MDax der mittelgroßen Werte, der um drei Prozent auf 8661 Zähler vorrückte. Belastet von kräftigen Verlusten bei der Aktie des Windkraftanlagenbauers Nordex hinkte der TecDax mit einem leichten Plus von 0,5 Prozent auf 738 Punkte den übrigen Indizes dagegen hinterher.
Angesichts der Kursgewinne am Aktienmarkt bewegten sich festverzinsliche Papiere nur wenig. Der Bund-Future legte um magere zwei Ticks auf 112,16 Punkte zu. Berichte über iranische Raketentests belasteten den Dollar und hievten den Euro wieder über die Marke von 1,57 Dollar. Nach einem Tageshoch bei 1,5750 Dollar notierte die europäische Gemeinschaftswährung zuletzt bei 1,5727 Dollar.
Europaweit gehörten nach der Rede des US-Notenbankchefs Finanztitel zu den indextreibenden Papieren. So rückte die Aktie der Deutschen Bank um 4,8 Prozent vor, Commerzbank verbesserten sich um 3,7 Prozent, und Hypo Real Estate verteuerten sich um 4,5 Prozent. Ben Bernanke hatte mit seinen Äußerungen die Furcht der Anleger vor unüberschaubaren Folgen der Finanzkrise gedämpft. Auf Erholungskurs befanden sich zudem die Titel der Deutschen Börse, die auf positive Zahlen zu den Einnahmen der Londoner Stock Exchange reagierten. Die Aktie gewann um 6,1 Prozent. Mit einem Plus von 2,5 Prozent gehörten auch die Anteile von Metro zu den großen Gewinnern bei den Standardwerten. Der Branchendienst „Platow Brief“ hatte berichtet, der Duisburger Mischkonzern Haniel plane eine weitere Aufstockung seines Metro-Anteils um zehn Prozent. Obwohl eine Sprecherin des Unternehmens dies zurückwies, griffen die Anleger zu.
Bei den Nebenwerten setzten sich die Papiere des Stahlhändlers Klöckner¿&¿Co mit einem Aufschlag von 8,7 Prozent an die MDax-Spitze. UBS hatte zuvor ihre Kaufempfehlung bestätigt, das Kursziel allerdings von 55 auf 50 Euro gesenkt. Eine Kaufempfehlung der Commerzbank sorgte zudem bei Wincor Nixdorf für ein Kursplus von 4,1 Prozent.
Bei den Technologietiteln standen Nordex und Wirecard im Fokus der Anleger. Die Aktie des Windkraftanlagenbauers stürzte zeitweise um mehr als 21 Prozent ab und notierte zuletzt noch 16,2 Prozent schwächer. Nordex hatte mitgeteilt, für 2008 wegen höherer Anlaufkosten ausländischer Projekte nicht mehr mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 77 Mio. Euro zu rechnen. Stattdessen stellte das Unternehmen ein Ebit von 60 bis 66 Mio. Euro in Aussicht. Hingegen konnte der Zahlungsverkehrsabwickler Wirecard den Gewinn im zweiten Quartal um zwei Drittel steigern. Das operative Ergebnis sei von April bis Juni auf 12,2 Mio. Euro geklettert. Der Umsatz stieg um 59 Prozent auf 47,5 Mio. Euro. Die Anteilsscheine verteuerten sich daraufhin um 3,1 Prozent.
Nach der Verlustserie der Vortage legten Air Berlin um 0,3 Prozent zu. Nach Angaben des Unternehmens sind die Ermittlungen gegen den Chef Joachim Hunold und drei weitere leitende Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Insidergeschäfte eingestellt worden.
wej.

