Ein rätselhafter Computervirus hat unbemannte Flugkörper befallen, die von den USA im Antiterrorkampf eingesetzt werden. Wie der Internetblog Danger Room des Computermagazins "Wired" schrieb, soll der Virus die Cockpits der ferngesteuerten Predator- und Reaper-Drohnen infiziert haben, mit denen der US-Geheimdienst CIA etwa Einsätze in Afghanistan, Pakistan oder dem Jemen fliegt.
Betroffen seien die Computersysteme der Creech-Luftwaffenbasis im Bundesstaat Nevada, berichtete auch der TV-Sender MSNBC. Laut "Wired" gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass wegen des vor zwei Wochen entdeckten Virus geheime Informationen verloren oder nach draußen gelangt seien. Es sei aber nicht auszuschließen, dass vertrauliche Daten über das öffentliche Internet verbreitet worden sein könnten. Die vom Stützpunkt in Creech gesteuerten Drohneneinsätze in Übersee gingen dennoch weiter.
Ein ranghoher Offizier der US-Luftwaffe wies den "Wired"-Bericht im Sender Fox News als "maßlos übertrieben" zurück. "Die Flugzeuge waren nie in Gefahr, verrückt zu spielen." Der Virus habe die Einsätze in keiner Weise beeinträchtigt. Die Computernetze der Air Force seien gut geschützt. Der Virus gelangte demnach bei der Übertragung von Daten über externe Festplatten in das System. Die ferngesteuerten Drohnen spielen in den Kriegen der USA eine immer größere Rolle, um etwa Terrorverdächtige zu attackieren oder Aufklärungsflüge zu machen. So war Ende September der gesuchte Al-Qaida-Prediger Anwar al-Awlaki im Jemen von einer Kampfdrohne getötet worden.
Auf Ersuchen des US-Auslandsgeheimdienstes nahmen pakistanische Sicherheitskräfte mehrere mutmaßliche Anhänger des Terrornetzwerks al-Qaida fest. CIA-Ermittlern wurde Zugang zu den Inhaftierten gewährt. Zudem dringe Islamabad nicht länger auf die Einstellung der US-Drohnenangriffe auf mutmaßliche Extremisten in Pakistan, teilten Gewährsleute auf beiden Seiten mit.
Die jüngsten Entwicklungen könnten einen Wendepunkt in den zuletzt angespannten Beziehungen zwischen beiden Staaten darstellen. "Sie kooperieren und sind hilfreich", sagte US-Geheimdienstdirektor James Clapper über die pakistanischen Behörden.
Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 hatten die Geheimdienste der USA und Pakistans ihre Zusammenarbeit deutlich intensiviert. Doch nach der Tötung von Al-Qaida-Führer Osama Bin Laden durch US-Soldaten im Mai in Pakistan kühlten sich die Beziehungen deutlich ab. Vorübergehend verweigerte der pakistanische Geheimdienst ISI jegliche Zusammenarbeit mit den US-Behörden.
BMO


