Reaktionen im Netz

Jobs' Rücktritt stürzt Apple-Fans in Verzweiflung

"Danke, dass Du die Welt verändert hast." "Jetzt sorge dich um dich selbst": Im Internet nehmen Tausende Anteil am Rücktritt von Steve Jobs.

Mit Bestürzung und tiefer Trauer hat die Apple-Fangemeinde auf den Rücktritt von Konzernchef Steve Jobs reagiert. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht im Internet. Der persönliche Abschiedsbrief von Jobs wurde in etlichen Foren und Fanseiten zitiert. Die Videos zu seinen legendären Auftritten wurden verlinkt.

Auf Twitter folgten Mitteilungen im Sekundentakt. „Danke, Steve Jobs, dass Du die Welt verändert hast“, „Steve Jobs war der Leonardo da Vinci unserer Zeit“ oder „Wir werden alle für Deine schnelle Genesung beten“ schrieben drei Anhänger in dem Kurzmitteilungsdienst.

Der Kult um Jobs mündete in Bezeichnungen wie iGod, Guru, Genie und Pionier. Auf den Nachrichtenseiten bildeten sich reihenlange Diskussionen. „Stay hungry, stay foolish“ war die Vision von Jobs. In Internetforen wurde er gleich haufenweise wiedergegeben. Auf Facebook hieß es: „Niemand wird Dich toppen“, „Das Ende einer Ära“ oder „Apple hat sich unter Deiner Fürsorge übertroffen. Jetzt sorge Dich um Dich selbst.“ Sein Eintrag in der Online-Enzyklopädie Wikipedia wurde noch am Morgen angepasst.

Wie kein zweiter Firmenchef pflegte Apple-Gründer Jobs ein inniges, fast schon persönliches Verhältnis zu seinen Kunden. Seine bodenständige Umgangsformen und sein lässiger Kleidungsstil machten ihn für seine Fangemeinde greifbar. Im Abschiedsschreiben betonte er, dass seine Fans die ersten sein sollten, die von seinem Rückzug erfahren. Seinen öffentlichen Brief beendet er einfach mit „Steve“. Als seinen Nachfolger benannte der Apple-Chef Tim Cook, der die Geschäft schon seit seiner Auszeit im Januar geführt hatte.

Sentimentale Bedeutung

Jobs Rücktritt habe mehr sentimentale als praktische Bedeutung, sagt denn auch der Chefredakteur der Fach-Website "The Mac Observer“ , Jeff Gamet. Er habe den Wechsel schon seit Jahren signalisiert. „Apple hat eigentlich nur offiziell gemacht, was sie schon eine Weile so praktizieren, nämlich: Tim schmeißt den Laden , und Steve trägt seinen Teil dazu bei, dass die Produkte, die herauskommen, dem Apple-Standard entsprechen.“

Doch der Analyst Trip Chowdhry von Global Equities Research meint, es sei gerade Jobs Detailbesessenheit gewesen, die Apple von anderen abgehoben habe. Die Produktplanung sei vielleicht noch für ein paar Jahre gesichert, doch längerfristig werde das Unternehmen Mühe haben , mit marktprägenden Ideen aufzuwarten. „Apple ist Steve Jobs, Steve Jobs ist Apple, und Steve Jobs ist Innovation“, sagt Chowdhry. „Man kann den Leuten effiziente Betriebsführung beibringen, man kann Berater dafür anheuern, aber Innovation ist von Gott geschaffen... Apple ohne Steve Jobs ist nichts.“

Er habe immer gesagt, „wenn einmal der Tag kommt , wo ich meinen Pflichten und Erwartungen als Apple-Chef nicht mehr nachkommen kann, werde ich Sie das als erste wissen lassen“, schrieb Jobs nun an Aufsichtsrat und Mitarbeiter. „Leider ist dieser Tag gekommen.“

Den Apple-Aktionären, die ihn als Orakel künftiger Technologie betrachten, macht der Gesundheitszustand des 56-Jährigen schon lange Sorgen. Jobs hat bereits eine Krebserkrankung der Bauchspeicheldrüse und eine Lebertransplantation hinter sich.

Jobs „außerordentliche Weitsicht und Führungskraft “ hätten Apple gerettet und zum innovativsten und wertvollsten Technologieunternehmen der Welt gemacht, erklärte der Genentech-Vorsitzende Art Levinson im Namen des Aufsichtsrats.

Er werde auch künftig seine Kreativität und Inspiration einbringen. Der Vorstand habe vollstes Vertrauen, dass Cook der richtige Nachfolger sei. In seinen 13 Jahren bei Apple habe er Hervorragendes geleistet, bemerkenswertes Talent und solides Urteilsvermögen bewiesen.

( Reuters/dapd/cat )