Wegen des milden Winters hat die Pollensaison in Deutschland dieses Jahr ungewöhnlich früh begonnen. Bereits Ende Dezember wurden an mehreren Orten in Deutschland die ersten Hasel- und Erlenpollen gesichtet, wie die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) in Berlin mitteilte.
"Die Pollen fliegen schon wieder. Für Allergiker ist das der Beginn einer langen Leidenskette", sagte Meteorologe Günther Hamm vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Essen. Den Pollenflug könnte nur ein plötzlicher Kälteeinbruch stoppen, doch der sei in den nächsten Tagen nicht zu erwarten, sagte Hamm.
Es bleibe mild und regenerisch. Allergiker werden in diesen Tagen vor allem von Haselnuss-Pollen geärgert, denn Hasel-Pflanzen zählen zu den Frühblühern. In den kommenden Tagen könnten auch noch Erlen- und Birkenpollen fliegen.
Wie schon 2010 erwarten die Experten für dieses Jahr wieder eine besonders starke Belastung durch Birkenpollen. Birken setzen alle zwei Jahre besonders viele Pollen frei. Der Birkenpollenflug beginnt meist Mitte März und wird nach aktuellen Schätzungen bis Mai dauern.
Hinter einem Niesreiz oder tränenden und juckenden Augen muss dieser Tage daher nicht unbedingt eine Erkältung stecken. Es können auch um Heuschnupfensymptome aufgrund einer Haselnusspollenallergie sein. Darauf weist die Europäische Stiftung für Allergieforschung (ECARF) in Berlin hin.
Wer jetzt unter erkältungsartigen Symptome leidet, sollte im Zweifelsfall zum Allergologen gehen, rät die ECARF. Dieser könne gegebenenfalls ein Antihistaminikum verordnen, um die Beschwerden zu lindern.
Aber auch eine Kurzzeit-Immuntherapie sei möglich. Dafür bekommt der Patient für eine Zeit von maximal vier Wochen einmal pro Woche das Allergen gespritzt, um den Körper unempfindlicher gegenüber dem Allergieauslöser zu machen.
In Deutschland gilt etwa jeder Dritte als allergiekrank. Jeder Vierte, insgesamt also etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland, leiden Schätzungen zufolge unter Heuschnupfen.
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dpa/AFP/oc




