Vor Beginn der Reisesaison rät der Berufsverband Deutscher Internisten Auslandsurlaubern zu einer Hepatitis-A-Impfung. Denn die Infektionsfälle in Europa nehmen nach Angaben der Ärzte seit einigen Jahren wieder zu. Auch in Deutschland habe es 2008 wieder erstmals seit Jahren mehr als 1.000 Erkrankungen gegeben. Die meisten davon seien auf Ansteckungen während eines Ausland-Aufenthaltes zurückgegangen.

Ein erhöhtes Ansteckungsrisiko gibt es vor allem in den Mittelmeerländern, Ost- und Südosteuropa und auch in Nordafrika. „Leider kennen viele Touristen und Pauschalurlauber die Ansteckungsgefahren nicht und reisen ungeschützt in Regionen, in denen Hepatitis weit verbreitet ist“, warnt der Bonner Internist Peter Walger. Häufungen von Hepatitis-A-Fällen habe es in den vergangenen Wochen in Spanien (Barcelona) und Italien (Sizilien und San Marino) gegeben.

Typisches Symptom für Hepatitis A ist eine gelbliche Verfärbung von Haut und Bindehäuten. Dabei kann der Gallenfarbstoff Bilirubin von der entzündeten Leber nicht mehr vollständig ausgeschieden werden. Weitere Krankheitszeichen sind dunkelbrauner Urin und heller bis weißlicher Stuhl, Juckreiz, Übelkeit, Schwäche und Fieber.

Hepatitis-A-Viren werden vor allem durch verunreinigte Nahrung und verschmutztes Wasser übertragen. Besonders Meeresfrüchte wie Muscheln oder Austern, ungewaschenes Obst und Gemüse, Speiseeis und Eiswürfel können belastet sein. Die Viren können aber auch durch direkten Kontakt mit infizierten Personen oder mit verschmutzten sanitären Einrichtungen übertragen werden.

Eine Impfung gegen Hepatitis A und B, etwa in Form einer kombinierten Impfung gegen beide Virustypen, ist vor allem für ältere Menschen und Personen mit einer Leber-Erkrankung empfehlenswert, denn bei ihnen könne eine Infektion zu schweren Komplikationen führen, betont Walger.

AP/LF