CDU-Gesundheitsexperte

Kassen sollen Internetsucht-Behandlung bezahlen

Laut einer Studie der Bundesdrogenbeauftragten gibt es in Deutschland 560.000 Internet-Süchtige. Aus der Union wird nun gefordert, die Kosten für die Behandlung von Internetsucht sollten durch die Krankenkassen übernommen werden.

Der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Jens Spahn (CDU), sieht bei der Behandlung von Internetsucht die Krankenkassen in der Pflicht. „Wie bei allen Suchterkrankungen brauchen wir auch hier Therapieplätze und eine Kostenübernahme durch die Kassen“, sagte Spahn der in Düsseldorf erscheinenden „ Rheinischen Post “ (Dienstagausgabe). Der CDU-Politiker betonte weiter: „Wir müssen und wir wollen das Thema Internetsucht sehr ernst nehmen.“ Es müsse gelingen, auf die Gefahren aufmerksam zu machen, ohne plump den Zeigefinger zu heben.

Nach einer neuen Studie, erstellt im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums, gibt es in Deutschland rund 560.000 „Online-Süchtige“ . Dabei sind Jugendliche stärker betroffen als Ältere, Männer mehr als Frauen. Die Folgen seien vergleichbar mit denen von Alkohol- oder Drogensucht, sagte die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP). Internetsüchtige lebten nur noch in der virtuellen Welt des Netzes, gingen teilweise nicht mehr zur Schule oder zur Arbeit und vernachlässigten ihre realen sozialen Kontakte.

Die von den Universitäten in Lübeck und Greifswald organisierte Studie mit dem Titel „Prävalenz der Internetabhängigkeit (PINTA I) (PDF-Download - die Kurzfassung gibt es hier als Download )basiert auf Tausenden von Telefoninterviews, eine eine bundesweite repräsentative Befragung. In 53 Studienbereichen in 52 Städten (Berlin war doppelt vertreten) wurden insgesamt 15.024 Menschen über Festnetz und Handy befragt. Im Mittelpunkt stand dabei ein spezieller Fragenkatalog .