Versicherungen

Wer bei Brandschäden am Auto aufkommt

Kommt die Versicherung nach einer Brandstiftung bei Schäden am Auto auf? Und wenn ja, welche? Müssen die Berliner mit steigenden Prämien für Kasko und Teilkasko rechnen? Morgenpost Online gibt Antworten.

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Ausgebrannte Autos werden in der Regel von der Versicherung ersetzt. „Das gilt auch, wenn der Wagen von Unbekannten mutwillig angezündet wurde“, sagte Oskar Riedmeyer, Vizepräsident des Deutschen Anwaltvereins. Die Versicherung gehe hier von einem Brand- und nicht von einem Vandalismusschaden aus. Sowohl eine Teil- als auch eine Vollkaskoversicherung komme daher für den Schaden auf. Ersetzt werde dabei allerdings immer nur der Zeitwert des Fahrzeugs.

Anders verhält es sich, wenn das Auto durch die Brandstiftung nur beschädigt wurde. Zwar sei ein solcher Schaden in der Regel von einer Vollkaskoversicherung abgedeckt, nicht jedoch von einer Teilkaskopolice. „Hier müsste das Auto schon ganz ausbrennen“, erklärte der Versicherungsexperte. Für eingeschlagene Scheiben, verkohlte Sitze oder angeschmorten Lack müsse der Versicherte selbst aufkommen. Auch für Schäden an Autos neben einem brennenden Fahrzeug müsse der Geschädigte in der Regel in die eigene Tasche greifen.

Komme es in einer bestimmten Gegend häufig zu Brandstiftungen, sollten Versicherte vorsichtig sein. Wenn etwa mit der Versicherung ein Rabatt für eine Garagennutzung vereinbart wurde, muss das Auto auch dort geparkt werden. „Sonst kann die Versicherung die Regulierung ablehnen.“ Wer keine Garage hat, dürfe das Auto am Straßenrand parken. „Das allein kann die Versicherung nicht als grobe Fahrlässigkeit werten.“

Bei einer Schadensmeldung sollten Betroffene darauf achten, richtige Angaben zu machen. So sollte etwa der Kilometerstand einigermaßen stimmen. „Dabei kommt es nicht auf den einzelnen Kilometer an“, sagte Riedmeyer. Mehr als 1000 Kilometer sollte die Abweichung aber nicht betragen, will der Kunde Ärger bei der Regulierung vermeiden. Auch sollten Vorschäden nicht verschwiegen werden. Oft würden die Fahrzeuge von einem Gutachter der Versicherung in Augenschein genommen, der solche Schäden entdecken könne.

Keine höheren Prämien wegen Autobränden

Die Brandstiftungen an Autos in Berlin werden nach Auskunft der Versicherungsbranche vorerst nicht zu höheren Versicherungsprämien führen. „Wir gehen derzeit nicht von einem nachhaltigen Phänomen aus“, sagte die Sprecherin des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, Kirstin Zeidler, am Mittwoch in Berlin. Erst wenn sich die Brände als „dauerhaftes Problem“ herausstellten und eine bestimmte Schadenssumme erreicht werde, könnte das Auswirkungen auf die Teilkasko-Beiträge in Berlin haben. Eine Größenordnung zu dieser Summe wollte sie nicht nennen.

Die Höhe der Teilkasko-Prämie wird auf Grundlage verschiedener Kriterien berechnet. Dazu gehören die unfallfreie Zeit (Schadenfreiheitsklasse), der Wagentyp (Typklasse), der Wohnort des Halters (Regionalklasse) und die pro Jahr gefahrenen Kilometer (Fahrleistung). Falls ein bestimmter Schaden bei einem Wagentyp gehäuft auftritt, kann für diesen die Prämie steigen, während sie für alle anderen gleichbleibt. Von den Brandstiftungen in Berlin waren Mercedes- und BMW-Modelle häufig betroffen. Eine aktuelle Statistik dazu gibt es jedoch nicht.