Die Lage bei den EHEC-Neuerkrankungen hat sich weiter entspannt. Die Zahl der gemeldeten Infektionen sinkt. Das berichten die zuständigen Behörden der besonders betroffenen Länder in Norddeutschland.

Auch die Zahl der bestätigten EHEC-Infektionen in Brandenburg hat sich nicht weiter erhöht. Bislang sei bei elf Patienten die Infektion bestätigt worden, teilte das Gesundheitsministerium am Donnerstag mit. Im Vergleich zum Vortag wurde aber ein weiterer Verdachtsfall registriert. Nun sind es 16. Von den nachgewiesenen Fällen leiden fünf Patienten am hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS), das zu einer Nierenschädigung führen kann. Bei einem gestorbenen Patienten, der sich auch mit dem Darmkeim angesteckt hatte, ist die Todesursache weiterhin nicht endgültig geklärt.

Insgesamt wurden in Brandenburg bisher rund 80 Proben untersucht: Gurken, Tomaten sowie Salate, Zucchini und Paprika und zusätzlich acht Sprossen-Proben plus Saatgut. In keinem Fall sind EHEC-Erreger nachgewiesen worden.

Die Zahl der EHEC-Fälle in Berlin ist dagegen weiter leicht gestiegen. Am Donnerstag waren 52 Fälle registriert – zwei mehr als am Vortag, teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit mit. Bei sieben dieser Patienten wurde der Erreger im Labor nachgewiesen, sie erkrankten jedoch nicht. Am hämolytisch-urämischen Syndrom litten am Donnerstag 13 Menschen in Berlin, ein Patient mehr als am Vortag.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde erstmals seit dem 22. Mai keine neue Erkrankung an dem gefährlichen Darmkeim gemeldet. Im Nordosten blieb es damit bei den bislang 162 Erkrankungen, davon 37 Patienten mit dem HUS-Syndrom. Hamburg meldete zwar 20 neue Fälle, davon drei mit den HUS-Komplikationen. Doch alle Patienten seien bereits vor der Sprossenwarnung in der vergangenen Woche erkrankt, sagte eine Sprecherin des Instituts für Hygiene und Umwelt.

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In Hamburg gibt es 188, im benachbarten Niedersachsen 134 HUS-Patienten. Der Sprecher des dortigen Gesundheitsministeriums, Thomas Spieker, sagte, dass diese Zahl der Erkrankten nicht weiter steige, sei positiv: "Die Kliniken melden ebenfalls eine leichte Entspannung der Lage." Der als EHEC-Quelle geltende Sprossenerzeuger in Bienenbüttel südlich von Lüneburg war vor zehn Tagen geschlossen worden. Die Zeitspanne zwischen einer Infektion mit dem Erreger und dem Ausbruch der Darmerkrankung beträgt nach Angaben des Berliner Robert-Koch-Instituts (RKI) zwei bis zehn Tage.

Trotz abflauender EHEC-Welle steigt die Zahl der Todesopfer weiter an. Mittlerweile sind 39 Menschen an den Folgen von EHEC oder dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) gestorben. Seit Anfang Mai sind mehr als 3300 Infizierte übermittelt worden.

Inzwischen werden im Zuge der Kontrollen immer wieder Infektionsquellen gefunden. So sind vermutlich mit dem Waschwasser Erreger eines weniger aggressiven EHEC-Typs auf Salatblätter eines Gemüsebetriebs in Frankfurt/Main gelangt. Bei Kontrollen seien zunächst Salatproben positiv getestet worden, danach sei auch im Wasser aus der hofeigenen Versorgung der Erreger gefunden worden, hieß es aus Hessens Umweltministerium.

dapd/dpa/mim