Die Zahl der EHEC-Infizierten hat sich in Berlin im Vergleich zum Vortag mehr als verdoppelt. Am Dienstagnachmittag seien 26 EHEC-Fälle gemeldet worden, sagte eine Sprecherin der Gesundheitsverwaltung. Am Montag seien es noch zwölf gewesen.
Als mögliche Erklärung für den hohen Anstieg verwies die Sprecherin darauf, dass einige Patienten am Wochenende eventuell statistisch noch nicht erfasst worden seien. Zudem sei bei fünf der neuen EHEC-Fälle lediglich der Erreger nachgewiesen worden, ohne dass die Krankheit bei den Betroffenen bislang ausgebrochen wäre.
Zusätzlich zu diesen Fällen würden derzeit neun an dem gefährlichen Hämolytisch-Urämischen Syndrom (HUS) erkrankte Patienten in Berliner Krankenhäusern behandelt. Am Vortag waren es noch acht gewesen. Bei HUS kann es zu akutem Nierenversagen sowie Blutarmut kommen, im schlimmsten Fall endet die Krankheit tödlich.
EHEC-Patienten aus anderen Bundesländern werden nach Berlin verlegt
Derweil werden auch EHEC-Patienten aus Hamburg wegen der Engpässe in norddeutschen Kliniken nun auch in Berliner Krankenhäusern versorgt. Demzufolge werden in der Berliner Charité derzeit neben EHEC-Patienten aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg auch Infizierte aus der Hansestadt behandelt. Diese Fälle würden in den Berliner Statistiken nicht erfasst, da dort nur amtlich gemeldete Berliner verzeichnet würden, sagte die Sprecherin der Gesundheitsverwaltung.
Bei einem Hamburger Patienten handelt es sich um ein Kind. Dessen Eltern seien ebenfalls nach Berlin gekommen. Auch eine Krankenschwester habe sich mit dem lebensbedrohlichen HUS-Erreger infiziert und werde derzeit in der Charité behandelt.
Unterdessen geht die Suche nach der Quelle des gefährlichen Erregers weiter. Nach den neuesten Laboruntersuchungen des Instituts für Hygiene und Umwelt (HU) können Gurken aus Spanien wohl nicht der Auslöser gewesen sein.
dpad/nbo




