Erstes Todesopfer

Durchfall-Erreger EHEC - Drei Frauen sterben

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In Niedersachsen ist eine 83-Jährige Frau gestorben, bei der die gefährlichen EHEC-Bakterien nachgewiesen worden. In Bremen starb eine zweite Patientin mit EHEC-Symptomen. Die Bundesregierung beobachtet nun die Lage in Deutschland. In Berlin gibt es zwei Verdachtsfälle.

Der jüngste Ausbruch des gefährlichen Durchfallkeims EHEC hat erste Todesopfer gefordert. Eine an dem Erreger erkrankte 83-jährige Frau ist im Kreis Diepholz gestorben. Das Gesundheitsministerium in Hannover teilte am Dienstag mit, die Seniorin sei seit Mitte Mai wegen eines blutigen Durchfalls stationär behandelt worden. Der Labornachweis habe eine EHEC-Infektion ergeben.

Möglicherweise hat EHEC noch zwei weitere Todesopfer gefordert. In Bremen starb in der Nacht zu Dienstag eine junge Patientin, sie hatte zuvor die typischen Symptome einer EHEC-Infektion, wie die Bremer Gesundheitsbehörde mitteilte. Der EHEC-Erreger sei allerdings labordiagnostisch noch nicht nachgewiesen.

Im schleswig-holsteinischen Landkreis Stormarn starb bereits am Sonntag eine Frau, die mit dem Erreger infiziert war, wie das Gesundheitsministerium in Kiel am Dienstag mitteilte. Ob die EHEC-Infektion Todesursache war, stand den Angaben zufolge nicht fest. Die Frau war über 80 Jahre alt und starb in einem Krankenhaus, in dem sie wegen einer Operation war.

Angesichts der immer zahlreicheren Verdachtsfälle von Infektionen mit EHEC-Keimen beobachtet auch die Bundesregierung die Situation. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) habe sich in einem Telefonat mit dem Leiter des Robert Koch-Instituts, Reinhard Burger, über die aktuelle Lage informiert, teilte ein in Berlin mit.

Das RKI als Fachbehörde des Ministeriums ist seit Tagen mit einem Erkundungsteam in Hamburg, um die Quelle der Infektion zu ermitteln. Es unterstütze damit die Arbeit der betroffenen Länder, die für den Gesundheitsschutz ihrer Bevölkerung verantwortlich seien, ergänzte der Sprecher. „Das Bundesgesundheitsministerium steht mit dem RKI in engem Kontakt über den Fortgang der Untersuchung.“

Die EHEC-Erkrankungen, die zu Nierenversagen führen können, häufen sich deutschlandweit seit der zweiten Maiwoche. Betroffen sind vor allem norddeutsche Bundesländer. Mehrere hundert Menschen sind erkrankt, einige von ihnen schwer.

Zwei Berliner unter Beobachtung

In Berlin werden zurzeit laut Senatsverwaltung für Gesundheit zwei Patienten einer Klinik auf EHEC-Bakterien untersucht. Bei den beiden Erkrankten in der Charité-Klinik Benjamin-Franklin steht noch nicht fest, ob sie sich mit dem Erreger infiziert haben. Nach Angaben des dortigen Arztes Thomas Schneider wurden ihre Stuhlproben zur Analyse an das Robert Koch-Institut geschickt. Die beiden Patienten – eine Frau und ein Mann – leiden an blutigem Durchfall.

„Sie haben aber kein Nierenversagen und müssen nicht auf der Intensivstation behandelt werden“, sagte Schneider. Die Frau hat sich laut Schneider vor wenigen Tagen in Norddeutschland aufgehalten.