Gefährliche Darminfektion

Forscher finden EHEC auf spanischen Gurken

Das Hamburger Hygiene-Institut hat EHEC-Bakterien auf Salatgurken aus Spanien nachweisen können. Womöglich aber gibt es weitere Träger.

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In Hamburg wurde der Errger außerdem identifiziert. Es ist ein Typ, der in Deutschland nur sehr selten vorkommt.

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Offenbar wird der gefährliche EHEC-Keim durch Gemüse aus dem Ausland übertragen. Gesundheitsexperten haben eine erste Infektionsquelle für den gefährlichen Durchfallerreger EHEC nachgewiesen. Am Hamburger Hygieneinstitut sei das Bakterium an vier Salatgurken gefunden worden, sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) in der Hansestadt. Drei der Gurken stammten aus Spanien, von der vierten sei die Herkunft vorerst noch unklar. Alle entsprechenden Produkte würden aus dem Warensortiment genommen, sagte die Senatorin.

Zahl der Infektionen steigt

In Berlin gibt es weiterhin nur drei bestätigte schwere HUS-Infektionen mit dem aggressiven Darmkeim EHEC. „Diese Krankheit ist in Berlin noch nicht angekommen“, sagte Silvia Kostner, Sprecherin des Landesamts für Gesundheitsschutz. HUS ist die Abkürzung für hämolytisch-urämisches Syndrom, das zu schweren Nierenschäden führen kann. Bundesweit, vor allem in Norddeutschland, hat die Zahl der HUS-Fälle innerhalb einer Woche auf 214 zugenommen. Das sind weitaus mehr Patienten als sonst in einem ganzen Jahr gemeldet werden.

An der Charité bleiben EHEC-Verdachtsfälle weiter die Ausnahme. Die Zahl stieg bis Donnerstag von drei auf fünf Patienten. Unter ihnen ist ein Kind aus Hamburg. Bei zwei Patienten verlaufe die Infektion schwer, sagte Charité-Sprecherin Stefanie Winde. Bei den neun Vivantes-Kliniken haben sich zwei Verdachtsfälle nicht bestätigt.

Für Gemüse aus dem eigenen Garten gab das Berliner Landesamt für Gesundheit Entwarnung. Wenn das Gemüse nicht mit Rinderdung gezogen worden sei, bestehe keine Gefahr. Rinder sind oft Träger von EHEC-Bakterien. Vor dem Verzehr sollte aber auch eigenes Gemüse immer gründlich gewaschen werden.

Bauernbund empfindet Berichterstattung als unverantwortlich

Der Vorsitzende des Ausschusses für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit im EU-Parlament, Jo Leinen (SPD), sagte unterdessen, die Entwicklung in der Bundesrepublik werde sehr ernst genommen. „Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der gefährliche EHEC-Erreger auch auf andere EU-Länder überspringt“, sagte Leinen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten in Stockholm sei bereits eingeschaltet worden. Bei der Alarmstufe 1 werden alle Mitgliedsländer der EU aufgerufen, Maßnahmen zum Schutz ihrer Bevölkerung einzuleiten. Bei einer Anhörung im Gesundheitsausschuss wurde vermutet, dass der Erreger über eine Salatsorte verbreitet werde. Genaue Erkenntnisse fehlten aber noch, sagte Leinen.

Der Präsident des Deutschen Bauernbundes (DBB), Kurt-Henning Klamoth, kritisierte die Berichterstattung über den Krankheitserreger EHEC. Spekulationen, dass die Darmbakterien durch organische Düngemittel verbreitet würden, seien völlig unbegründet, würden von den Medien jedoch „als bare Münze verkauft“, sagte Klamoth. Die Berichterstattung schüre auf unverantwortliche Weise Panik bei den Verbrauchern. Ernsthafte Sorgen um Absatzeinbrüche bei heimischen Agrarprodukten mache er sich trotzdem nicht, sagte Klamoth. „Es ist immer die gleiche Sau, die in Halbjahres-Abständen durchs Dorf getrieben wird“, sagte er. In ein paar Tagen werde das schon wieder vergessen sein.

Infos zum Erreger: >>> So schützen Sie sich vor EHEC