Laborpfusch

Gesunder Frau beide Brüste amputiert

Darrie Eason wurden beide Brüste amputiert. Nach der OP teilte ihr der Chirurg mit, dass sie niemals Krebs hatte. Die vermeintlich Kranke hat aus dem Debakel etwas gelernt. Und das Labor hat ein Problem.

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Nach der Amputation beider Brüste hat die 35-jährige Amerikanerin Darrie Eason von ihrem Chirurgen erfahren, dass sie gar nicht an Krebs erkrankt war. „Er sagte mir: Sie haben keinen Krebs und sie hatten niemals Krebs“, erzählte Eason im US-Fernsehsender ABC über das entscheidende Gespräch mit dem Chirurgen.

Ein Labormitarbeiter habe die Gewebeproben vertauscht, so dass es zu einer Verwechslung mit einer tatsächlich krebskranken Patientin gekommen sei.

Eason reichte nach der Fehldiagnose Klage ein. Auf die Frage von Journalisten, was man aus dieser Sache lernen könne, anwortete sie: „Eine zweite Meinung ist gut, aber eine zweite Biopsie ist noch besser“.

Eastons Geschichte ist einer von vielen Fällen von Pfusch im US- Gesundheitswesen. Zwischen 40000 und 100000 Amerikaner sterben Studien zufolge pro Jahr durch Behandlungsfehler, wie ABC weiter berichtete. „Das sind so viele, als stürze jeden Tag ein großes Passagierflugzeug ab“, sagte der Mediziner Robert Wachter, der für bessere ärztliche Behandlung einsetzt, dem Sender.