Eine Depression steigert die Sterblichkeit in ähnlichem Maße wie Rauchen. Das zeigt eine norwegische Studie an mehr als 61.000 Personen. Im Zeitraum von etwa vier Jahren lag die Mortalität der depressiven Teilnehmer fast ebenso hoch wie bei Rauchern. Lediglich wenn die Depression mit leicht erhöhter Ängstlichkeit einherging, war das Sterberisiko geringer. „Eine der Botschaften dieser Studie lautet, dass ein wenig Ängstlichkeit auch gut sein könnte“, sagt Studienleiter Robert Stewart. Waren depressive Menschen dagegen besonders ängstlich oder besonders wenig ängstlich, so lag das Sterberisiko am höchsten.

Bei sehr ängstlichen Menschen könne der Körper jedoch besonders anfällig auf Stress reagieren, erläutert Stewart. Wer dagegen überhaupt nicht zu Angst neige, suche bei Gesundheitsproblemen möglicherweise zu spät medizinische Hilfe. Zum erhöhten Sterberisiko bei Depressionen vermutet der Forscher im „British Journal of Psychiatry“, diese Menschen gingen eventuell seltener zum Arzt oder würden dort weniger gründlich untersucht.

Stewart betont, Menschen mit psychischen Störungen sollten besonders sorgfältig auf Risikofaktoren achten. Dazu gehören Rauchen, Bluthochdruck, Cholesterin, Bewegungsmangel oder schlechte Ernährung.

AP/mif