Rund 15.000 Kraniche verbringen die in diesem Jahr den Winter in der Mark anstatt in ihre Winterquartiere nach Spanien weiter zu fliegen. In den Jahren zuvor waren es jeweils nur rund 1000, sagte Thorsten Ryslavy, der stellvertretende Leiter der staatlichen Vogelschutzwarte Buckow, in einem dpa-Gespräch. „Durch die milden Temperaturen ist bei den Vögeln einiges durcheinander geraten“, sagte der Fachmann. Auch Kiebitze und Rotmilane würden den Winter vermehrt hier verbringen.

Vor zehn Jahren sei eine so große Anzahl an Wintergästen undenkbar gewesen, sagte Ryslavy. „Damals überwinterten lediglich zwischen 50 und 100 Tiere bei uns“, sagte Ryslavy. Doch in den 90er Jahren hätte immer mehr Kraniche ihre Winterreise in Brandenburg beendet. Die Vögel kommen aus Skandinavien, dem Baltikum, Polen und Mecklenburg. „Jährlich ziehen über 200.000 Kraniche hier vorüber“, hob der Ornitologe hervor. Normalerweise rasten die Tiere im Herbst an der Havel und ziehen dann weiter nach Süden. Die große Masse der Vögel halte sich auf den Wiesen und Feuchtgebieten des Rhinluchs und des Havelluchs sowie im Spreewald auf.

Nicht nur Zugvögel sind verwirrt von der Wärme. „Diesen Winter hört man vermehrt den Balzgesang von Singvögeln.“ Vor allem Meisen und Grauammern würden schon jetzt singen, obwohl die Hauptbalzzeit erst im März beginne. „Bis jetzt gab es sehr selten Frost. Dies stimuliert die Singvögel mit dem Balzgesang zu beginnen“, erklärte Ryslavy.