Tierpsychologie

Tiere haben Lebensziele und eine Persönlichkeit

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Draufgänger oder Feigling - welche Persönlichkeiten Tiere entwickeln, hängt von ihrer Lebensplanung ab. Dies schließt eine Gruppe internationaler Forscher aus ihrer Untersuchung der Evolution tierischer Verhaltensweisen am Computer.

Tiere, die in die Zukunft investierten, verhalten sich demnach eher ängstlich, um das Erreichen ihrer "Lebensziele" nicht zu gefährden. Ein Beispiel: Wenn sich ein Tier erst im zweiten Lebensjahr vermehrt, muss es im ersten vorsichtig sein, um das zweite überhaupt zu erreichen. Wer weniger zu verlieren habe, zeige sich eher mutig und aggressiv, so die Forscher im Journal "Nature".

Dass auch Tiere eine Art Persönlichkeit besitzen, legen zahlreiche Studien nahe. Max Wolf und Franjo Weissing von der Universität Groningen liefern mit ihrem Team mit ihrer Studie nun eine Erklärung dafür, wie Variationen im Verhalten dennoch im Verlauf der Evolution aufrechterhalten werden. Im Computermodell hatten sie über Hunderte von Generationen die Entwicklung von Persönlichkeitstypen unter verschiedenen Voraussetzungen simuliert. Dabei gingen sie von einer Tierart aus, die zwei Jahre lebt, früh geschlechtsreif wird und entweder im ersten oder zweiten Jahr Nachwuchs zeugen kann.