Gesundheit

Wissenschaftler arbeiten an Pflaster statt Spritze

Aus den USA kommt jetzt eine Erfindung, die den verhassten Piks schon bald überflüssig macht. Wissenschaftler arbeiten an einem kleinen, mit Wirkstoff gefüllten Kissen mit Mikronadeln, die kaum dicker sind als ein menschliches Haar, sodass man ihren Einstich in die Haut nicht bemerkt.

Die schlimmsten Albträume der Kindheit kommen beide aus dem medizinischen Bereich: Es sind der Zahnarzt mit dem Bohrer und sein Kollege Onkel Doktor mit der Riesen-Spritze. Solange es Milchzähne gibt, wird sich am schlechten Ruf von Dentisten nichts ändern. Aber die Allgemeinmediziner haben jetzt eine gute Chance auf Sympathie: Sie werden nicht mehr lange Stich und Schmerz der langen Kanülen schönreden müssen: Aus den USA kommt jetzt eine Erfindung, die den verhassten Piks schon bald überflüssig macht. Wissenschaftler vom Georgia Institute of Technology in Atlanta im US-Staat Georgia arbeiten an einem kleinen, mit Wirkstoff gefüllten Kissen mit Mikronadeln, die kaum dicker sind als ein menschliches Haar, sodass man ihren Einstich in die Haut nicht bemerkt. Das Kissen wird wie ein Pflaster auf die Haut geklebt – und soll in Zukunft bei Impfungen aller Art oder beim regelmäßigen Einspritzen von Insulin bei Diabetes die große Nadel ersetzen.

Wer allerdings ein kleines Kind hat und mit dem Impfen nicht so lange warten will, bis die amerikanischen Kissen die deutschen Hausarztpraxen erreichen, der sollte sich bewusst machen, dass der Nachwuchs auch ohne Kissen zu einem schmerzlosen Piks kommen kann – aber nur dann, wenn die Eltern ihre Ängste überwunden haben. Tatsächlich leiden Mama und Papa beim Arzt meist viel mehr als die Kleinen. Den Piks vergessen Babys nämlich sofort wieder, sagt der Kinderarzt Harald Tegtmeyer-Metzdorf aus Lindau. „Erst ab einem Alter von etwa 18 Monaten verschwinden unangenehme Erinnerungen nicht mehr so leicht“, sagte er dem Apothekenmagazin „Baby und Familie“.

Impfungen, die im ersten Lebensjahr der Kleinen vorgesehen sind, sollten deshalb nicht auf die lange Bank geschoben werden. Falls ein Elternteil keine Spritze sehen kann, sollte lieber derjenige mitgehen, der weniger zimperlich ist und beim Anblick der Nadel ruhig bleibt, sagt Tegtmeyer-Metzdorf. Wenn dann der Piks kommt, ist auch der Nachwuchs gleich viel entspannter.