Gesundheit

Immer mehr Studenten leiden unter Burnout

Lernen bis zum Umfallen: Immer mehr Studierende fühlen sich emotional ausgebrannt. Um ihren Ansprüchen gerecht zu werden, bleibt nur noch Zeit für das Studium. Brisant ist, dass dieser Trend mit der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen zusammentrifft.

Als „Newcomer der vergangenen Jahre“ bezeichnen deshalb Psychologen des Studentenwerks (DSW) das Burnout-Syndrom. Etliche Studenten, die Beratungsstellen des DSW aufsuchen, leiden unter chronischer Erschöpfung, die für das Burnout-Syndrom typisch ist. Ständige Frustration und das Gefühl die eigenen Ziele nicht zu erreichen, können diesen Zustand auslösen.

Das Burnout-Syndrom kann sich auch in Form von Versagensängsten, Angstattacken, Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Magenkrämpfe äußern. „Die Studierenden stehen unter immer stärkerem Erwartungs-, Leistungs- und vor allem Zeitdruck. Die vielen laufenden Hochschulreformen dürfen aber nicht dazu führen, dass ein Studium krank macht“, sagt DSW-Präsident Professor Rolf Dobischat.

Brisant ist, dass dieser Trend massiv in den letzten zwei bis drei Jahren auftritt. In dieser Zeit sind auch die Bachelor- und Masterstudiengänge eingeführt worden. „Neben den hohen Anforderungen, die von außen an diese Studenten gestellt werden, setzten sie sich auch selbst unter Druck. Sie studieren bis zum umfallen, ohne auf ihre eigenen Grenzen zu achten“, bestätigt Stefan Grob vom DSW.

Grob hebt auch den Finanzierungsdruck unter dem die Studenten stehen hervor. So ergab die aktuelle Sozialerhebung des DSW, dass zwar 90 Prozent der Studenten finanziell von ihren Eltern unterstützt werden, dennoch jobben 63 Prozent der Studenten nebenher. Auch die elterliche Unterstützung verpflichtet indirekt zur Leistung.

Fragt man die Studenten, sagt jeder siebte, dass bei ihm Beratungsbedarf zu depressiven Verstimmungen besteht. Arbeits- und Konzentrationsschwierigkeiten sowie Prüfungsängste stellen ein ebenso großes Problem da. Von den 58 Studentenwerken in Deutschland bieten 43 ihren Studierenden psychologische Beratung an.