Spieletest

"Bionic Commando" bringt die Endzeit nach Hause

Das Videospiel "Bionic Commando" bietet ein Action-Feuerwerk mit packender Story und variantenreicher Spielmechanik. Ein bionischer Elitesoldat kämpft darin in einer zerstörten Stadt gegen Terroristen. Das Spiel beeindruckt durch seine atmosphärische Endzeitstimmung – hat aber auch kleine Macken.

Nathan Spencer war ein gefeierter Held. Vor zehn Jahren vereitelte er im Auftrag der Regierung die Pläne der terroristischen Faschisten „Die Imperialen“ – im Alleingang gegen eine ganze Armee! Zu verdanken hatte er das nicht zuletzt einem militärischen Experiment. Nathan Spencer ist der erste bionische Elitesoldat.

Anstelle eines linken Armes trägt er eine hochentwickelte bionische Prothese. Die verleiht ihm nicht nur extreme Kräfte, sondern ist auch mit einer Seilwinde und einem Greifarm ausgestattet. Doch der Held von gestern ist das Bauernopfer von heute. Als er einen moralisch fragwürdigen Auftrag verweigert, fällt ihm sein Vorgesetzter in den Rücken und schiebt ihm ein paar Morde in die Schuhe. Nathan wird zum Tode verurteilt.

Jetzt oder nie

Als Nathan nach Jahren in der Zelle zur Hinrichtung geführt wird, testen Terroristen eine neue Bombe in der Stadt Ascension City. Nach einer gigantischen Explosion liegt die gesamte Stadt in Trümmern, alle Einwohner lassen ihr Leben. Die Katastrophe gereicht Nathan zur Begnadigung, sofern er in das Katastrophengebiet zieht, um die Terroristen dort zu bekämpfen.

Angesichts des Terroraktes und der Aussicht auf eine Begnadigung samt einem Wiedersehen mit seiner Frau sagt er zu. An dieser Stelle übernehmen Sie die Rolle des Nathan Spencer. Nur mit einer Pistole bewaffnet, laufen Sie durch die zerstörten Gebäude und stoßen schon bald auf Terroristen. Die ersten Gegner stellen keine Hürde dar. Die Regierung beliefert Sie während des Spiels an bestimmten Stellen mit hilfreichen Waffen, die in stabilen Containern aus einem Flugzeug abgeworfen werden.

Nach einigen Minuten finden Sie den ersten, darin befindet sich Ihr bereits schmerzlich vermisster bionischer Arm. Von da an können Sie Greifarm und Seilwinde nutzen, um sich über Abgründe zu schwingen oder an Wänden hochzuziehen. Doch das ist trotz Trainingsmission nicht ganz einfach, sodass Sie sich in Ruhe damit vertraut machen sollten. Doch dann gbt es kein zurück und kein Halten mehr. An allen Ecken warten Gegner auf Sie. Nach und kommt Licht ins Dunkel. Das gilt sowohl für die Hintergrundstory als auch für Ihr Gedächtnis.

Es stellt sich schon bald heraus, dass andere bionische Soldaten ihre bionischen Körperteile nicht freiwillig herausgeben wollten und nun mit den Verbliebenden der Imperialen gemeinsame Sache machen. Gleichzeitig erinnern Sie sich nach und nach immer mehr an die Fähigkeiten Ihrer Armprothese. Schon bald können Sie damit selbst große Objekte, wie Gesteinsbrocken und Autos, ziehen, anheben und schleudern. Im Kampf gegen die zahlreichen Imperialisten sowie die inzwischen wesentlich weiter entwickelten bionischen Maschinen ist das auch unentbehrlich.

Urteil: Das Spiel beeindruckt mit einer sehr atmosphärisch inszenierten Endzeitstimmung. Intelligent agierende Gegner und die präzise, aber anspruchsvolle Steuerung machen es jedoch für Anfänger zum Frusterlebnis. Besonders ärgerlich: Nach jedem virtuellen Ableben lädt das Spiel alle Daten der Umgebung neu. So entstehen unnötige Wartezeiten – wenn Sie nach zwei Schritten das Zeitliche segnen, sollte sich die gesamte Architektur eigentlich noch im Speicher befinden und nicht nachgeladen werden müssen.

Wer die Macken in Kauf nimmt und sich auf ein schwieriges Abenteuer einlässt, erlebt ein Action-Feuerwerk mit packender Story und variantenreicher Spielmechanik. Denn trotz vorgegebener Wege verleiht Ihnen der Arm Mobilität auf eigenen Routen. Der Mehrspielermodus ist mit 16 Karten und reduzierten Kampftechniken deutlich abgespeckt, verdient aber auch die Note „gut“.

Vorteile:

- Spannende Story

- Hübsche Optik

- Auch für Fortgeschrittene eine Herausforderung

Nachteile:

- Häufige Ladezeiten

- Steuerung erfordert viel Einarbeitung

- X-360-Version zieht teilweise Schlieren

Testergebnis: gut

Note: 2,49 (Xbox); 2,42 (Playstation 3)

Preis/Leistung: ausreichend

Marktpreis laut Hersteller: 59,99 Euro

Mehr um Thema finden Sie in der aktuellen "Computer Bild Spiele", Ausgabe 06/09.