Tiere

Zuiderzeekrabbe jetzt auch in der Trave zu Hause

Foto: mlur

Der in die Ostsee mündenden Fluss in Schleswig Holstein hat einen neuen Bewohner: Die Zuiderzeekrabbe stammt ursprünglich aus Nordamerika, im Ballastwasser der Schiffe gelangte sie nach Europa. Ob sie gut schmeckt ist unbekannt, zumindest macht sie keine Schäden.

In der Trave bei Lübeck ist eine fremde Tierart aufgetaucht: Die sogenannte Zuiderzeekrabbe wanderte in den Fluss ein, wie das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium mitteilte.

Fischer hätten die bis zu 2,5 Zentimeter großen Krebstiere bereits vor einigen Monaten in ihren Reusen und Netzen bemerkt. Anhand von Fotos ordnete das Amt für ländliche Räume in Kiel die Tiere der Art Rhithropanopeus harrisii zu. Auffallend an den Zuiderzeekrabben seien ihre hellen, unterschiedlich großen Scheren. Erstmals wurde die Krabbe um 1870 in Europa in der damaligen Zuiderzee (heute Ijsselmeer und Markermeer) in den Niederlanden entdeckt.

Bis sie in die Trave gelangten, legten die ursprünglich von der nordamerikanischen Ostküste stammenden Tiere einen langen Weg zurück. Vermutlich wurden sie im Ballastwasser oder im Bewuchs von Schiffsrümpfen über den Atlantik nach Europa eingeschleppt. In Deutschland seien die Krabben erstmals 1936 in Teilen des Nord- Ostsee-Kanals und im angrenzenden brackigen Flemhuder See westlich von Kiel gesichtet worden. Schon damals wurde die Zahl der vorhandenen Tiere dem Ministerium zufolge auf Millionen geschätzt.

Experten vermuten, dass die Zuiderzeekrabbe in den Jahren 1910-1914 bei der Erweiterung des Nord-Ostsee-Kanals mit niederländischen Kähnen eingeschleppt wurde. Die Bundesanstalt für Gewässerkunde stellte 1996 fest, dass Rhithropanopeus harrisii bis heute eine eigenständige Population im Kanal erhalten konnte. Von dort aus wanderte die Krabbe weiter ostwärts.

Den Angaben zufolge sind die Zuiderzeekrabben unauffällige Einwanderer: Weder an den Netzen und Reusen noch im Ökosystem sind bisher Schäden durch die Krabbe bekannt geworden.

( dpa/hem )