Für die Ostsee bedeute dies einen erheblichen Zusatz von Nitraten und Phosphaten, sagte Jochen Lamp vom WWF-Ostseebüro in Stralsund am Montag. Damit werde das Pflanzenwachstum im Meer verstärkt und ihm Sauerstoff entzogen. Folge sei ein vermehrtes Auftreten der Algenpest.
Dass Schiffe ihre Abwässer völlig ungeklärt in die Ostsee leiten, sei jedoch die Ausnahme, räumt Lamp ein. Meist werden sie zumindest mechanisch vorbehandelt und entkeimt. Doch auch Schiffe mit eigener Klärung würden nur selten den ökologischen Standard einer Kläranlage an Land erreichen. Immerhin würden jährlich rund 100 Millionen Klospülungen und 1,6 Milliarden Liter Schmutzwasser aus Duschen und Küchen in die Ostsee gelangen. Es sei aber nicht illegal, Abwässer außerhalb von zwölf Seemeilen auf See zu entsorgen.
Positiv ist aus Sicht des WWF, dass sich 2007 neun der befragten Reedereien freiwillig dazu verpflichtet haben, auf die Verklappung unzureichend geklärter Abwässer zu verzichten. Darunter waren mit Hurtigruten und Peter Deilmann auch zwei Anbieter aus Deutschland. Darüber hinaus gebe es von weiteren Unternehmen positive Signale. Von jeder Kleinstadt, so Lamp, werde erwartet, dass sie ihre Abwässer ausreichend klärt. Umso mehr könne man dies von den schwimmenden Luxusstädten erwarten.




