Nach dem fulminanten Verkaufsstart des iPad klagen Nutzer über Schwierigkeiten mit dem Apple-Tablet-Computer. Auf der Kundendienst-Seite des US-Computerkonzerns sowie in verschiedenen Internetforen beklagten die Besitzer des neuesten Apple-Produkts vor allem Probleme mit der drahtlosen Internetverbindung WLAN. Das iPad baut demnach oft nur eine schwache und langsame Verbindung auf, obwohl der Empfang an dem Ort gut ist.

„Die WLAN-Verbindung ist schwach und die Downloads langsam“, klagt ein Nutzer auf der Apple-Support-Internetseite. Andere iPad-Besitzer berichten von schwankendem WLAN-Empfang und ergänzen, das Apple-Multimediahandy iPhone und der Apple-Laptop MacBook hätten an der selben Stelle durchgehend eine stabile und gute drahtlose Verbindung.

Das Ausmaß der Schwierigkeiten war zunächst allerdings unklar: Zwar häuften sich die Beschwerden über das Problem, doch berichteten andere Nutzer, sie hätten keinerlei Probleme. Apple schrieb auf seiner Internetseite das iPad verbinde sich „unter bestimmten Bedingungen“ nach einem Neustart oder dem Aufwachen aus dem Stand-by-Modus nicht wieder mit dem Drahtlosnetzwerk.

Kritikpunkt Nummer zwei: Die US-Magazine Zdnet und Cnet berichten von Hitzeproblemen. So habe sich das iPad selbstständig ausgeschaltet, als es etwa zu lange in der New Yorker Frühlingssonne zum Einsatz gekommen war. Unklar ist auch hier, wieviele Kunden betroffen sind.

Noch ein Problem: Einige Käufer beklagen, dass sie ihr iPad nicht mehr starten können, nachdem sie es einmal ausgeschaltet hatten. Lediglich nach einer Synchronisierung über iTunes habe sich das iPad wieder einschalten lassen. Laut Apple handelt es sich dabei tatsächlich um einen Defekt, die betroffenen Kunden erhielten ein Ersatzgerät.

Apple macht mit iPad guten Schnitt

Das iPad dürfte für Apple indes ein lohnendes Geschäft werden. Die Einzelteile kosten den Elektronikkonzern im Einkauf gerade mal die Hälfte dessen, was der Kunde später für das fertige Gerät berappen muss.

Der Marktforscher iSuppli hat das iPad aufgeschraubt und herausgefunden, dass die Komponenten der Einstiegsvariante mit 259,60 Dollar zu Buche schlagen. Im Laden in den USA kostet das iPad mit 16 GB Speicher und WLAN dann 499 Dollar plus Steuern. Beim 699 Dollar teuren Spitzenmodell mit 64 GB Speicher und zusätzlicher Mobilfunk- Anbindung summieren sich die Einzelteile auf 348,10 Dollar. Hinzu kommen Kosten für die Software-Entwicklung, für den Vertrieb oder die Werbung.

Das teuerste Teil ist der berührungsempfindliche Bildschirm, der nach der iSuppli-Kalkulation 95,00 Dollar kostet. Der selbst entwickelte Prozessor liegt bei 26,80 Dollar, das Aluminium-Gehäuse bei 10,50 Dollar. Apple habe mehr Chips verbaut als vermutet, sagte iSuppli-Analyst Andrew Rassweiler am Mittwoch der Finanz- Nachrichtenagentur Bloomberg. Alleine drei Chips seien dafür da, die Fingerbewegungen auf dem Bildschirm zu erfassen. Apple wollte sich nicht zu den Entdeckungen äußern.

Der Verkauf des iPad war erfolgreich gestartet. Allein am ersten Tag gingen mehr als 300.000 Stück über die Theke. Vor den Läden bildeten sich lange Schlangen. Mit dem iPad versucht Apple einen Markt zu beleben, der seit Jahren brachliegt. Bislang waren die schlanken Tablet-Computer mit ihren Touchscreens den Kunden zu teuer, zu kompliziert und schienen kaum Vorteile gegenüber klassischen Notebooks zu haben.

Das iPad sieht aus wie das iPhone, ist aber fast etwa so groß wie ein Din-A4-Blatt. Bedient wird es über einen Touchscreen, einen berührungsempfindlichen Bildschirm. Gedacht ist das Gerät vor allem zur mobilen Unterhaltung: Die Besitzer können darauf Musik hören, Filme ansehen, spielen und Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften lesen. Am Samstag, dem ersten Verkaufstag, hatten Apple-Fans die Läden gestürmt und insgesamt 300.000 iPads erstanden.

Apple rechnet sich Erfolge aus, weil viele Zusatzprogramme - sogenannte Apps – vom iPhone-Handy übernommen werden können. Medienhäuser liefern zudem extra elektronische Bücher, Videos oder Nachrichtenseiten zu. Die Deutschen müssen auf Apples neuestes Produkt noch bis zum Monatsende warten. Euro-Preise stehen noch nicht fest.

AFP/dpa/jk/lw