Riesen-Nachfrage in den USA

Apple verschiebt internationalen Verkauf des iPads

Schlechte Nachrichten für Apple-Fans in aller Welt: Sie müssen einen Monat länger auf ihr iPad warten. Weil die Nachfrage in den USA so hoch sei, habe sich Apple entschlossen, den internationalen Verkaufsstart auf Ende Mai zu verschieben. Steve Jobs verspricht: „Wir produzieren so schnell wir können".

In den USA war es am 3. April soweit: Das seit Januar erwartete und ersehnte iPad kam in die amerikanischen Läden, die Menschen standen landesweit schon nachts Schlange.

Am ersten Tag wurden 300.000 Geräte verkauft, nach der ersten Verkaufswoche waren bereits 500.000 Stück abgesetzt. „Die Nachfrage ist viel höher als wir erwartet haben“, hieß von Analysten. Selbst Apple vermochte vorher eine solche Zahl nicht zu prognostizieren.

Entsprechend sehnsüchtig warten auch Apple-Fans in aller Welt nun, dass das neuste Produkt des Computerherstellers auch in ihren Ländern verkauft wird. Doch jetzt bekommt ihre Geduld einen Dämpfer.

Weil die Nachfrage in den USA aktuell so hoch sei, hat sich nun Apple entschlossen, den internationalen Verkaufsstart auf Ende Mai zu verschieben, ließ der Konzern am Sitz im kalifornischen Cupertino wissen. Apple vermutet, dass die Nachfrage „unser Angebot vermutlich auch in den nächsten Wochen noch übersteigen wird“.

Ursprünglich war von einem Verkaufsstart in Deutschland Ende April die Rede. Ab dem 10. Mai stehen die internationalen Preise fest und ab dann können Kunden ihr Gerät auch vorbestellen.

„Wir produzieren sie so schnell wir können“, hatte Apple-Chef Steve Jobs jüngst versprochen. Dennoch kam es auch in den USA schon zu Engpässen. So waren iPads bei der größten US-Elektronikkette Best Buy ausverkauft. „Es gibt einfach kein wirkliches Konkurrenzprodukt“, begründete ein Analyst den Erfolg.

Während die Fans hierzulande enttäuscht sein dürften, freuen sich die Anleger über den Verkaufserfolg: Die Nachrichten über die große Nachfrage beflügelten die Fantasie. Die Apple-Aktie ging im frühen New Yorker Handel um ein Prozent hoch.

Apple beteuert, dass es ihnen leid tue, ihre Fans in aller Welt noch weiter Folter spannen zu müssen. "Wir wissen, dass wir viele Kunden mit dieser Nachricht enttäuschen. Aber wir hoffen, dass sie zumindest über den Grund erfreut sind – das iPad ist bislang in den USA ein überwältigender Erfolg."

Dass Apple-Produkte zu Verkaufsschlagern werden, hat schon Tradition: Das iPhone ist bereits 50 Millionen Mal über den Ladentisch gegangen, der iPod Touch 35 Millionen Mal.

Vielleicht wird ein zumindest kleiner Trost für manche Apple-Fanboys sein, dass sie irgendwann das iPad überhaupt kaufen können. In Israel hat die Regierung das Gerät verboten. Weil die WiFi-Techonologie nicht mit israelischen Standards kompatibel sei, habe das Ministerium für Kommunikation keine Genehmigung erteilt, berichtete die israelische Tageszeitung „Haaretz“.

Der Zoll sei angewiesen worden, die Tablet-Computer zu konfiszieren. Auf dem internationalen Flughafen von Tel Aviv sind nach Angaben des Zolls allein am Dienstag zehn iPads beschlagnahmt worden, obwohl die Eigentümer den fälligen Einfuhrzoll zahlen wollten. Einem iPad- Besitzer sei empfohlen worden, das Gerät zurückzuschicken.

Apple verkauft das iPad, das eine völlig neue Klasse von Geräten zwischen Computer und Handy begründen soll. Der Tablet-Computer sieht aus wie das Apple-Handy iPhone, ist aber etwa so groß wie ein Din-A5-Blatt. Bedient wird es über einen Touchscreen, also einen berührungsempfindlichen Bildschirm.

Gedacht ist das Gerät vor allem zur mobilen Unterhaltung: Die Besitzer können darauf Musik hören, Filme ansehen, spielen und Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften lesen.

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( rtr/dpa/toto )