Die österreichischen Alpen stehen nach Erkenntnissen von Naturschützern unter Klima-Stress. Die Erderwärmung bedrohe Äschen, Barsche und Bachforellen, Birkhühner und Schneehasen, Auwälder und viele Alpenpflanzen, heißt es in einer Studie im Auftrag des World Wide Fund for Nature (WWF), die in Frankfurt am Main veröffentlicht wurde.

„Die Urlauber spüren den Klima-Stress der Alpen noch nicht, aber das ändert sich spätestens, wenn Fichtenwälder verschwinden, weil es ihnen zu heiß wird“, erklärte WWF-Artenschutzexperte Stefan Ziegler. Für Tiere und Pflanzen, die es kalt mögen, müssten Schutzräume in höher gelegenen Gebieten geschaffen werden.

In den Alpen macht sich der Temperaturanstieg der Studie zufolge dreimal so stark bemerkbar wie in anderen Teilen der Erde. Nach Einschätzung des WWF werden daher viele Tiere und Pflanzen versuchen, in höher gelegene Regionen auszuweichen. Insgesamt könne sich der Vegetationsgürtel so um 400 bis 700 Meter nach oben verschieben.

„Alle Arten, die auf kühle Temperaturen angewiesen sind, werden sich gegenseitig den immer knapper werdenden Lebensraum streitig machen“, prognostizierte Ziegler.

Die Natur muss nach Ansicht des WWF dabei unterstützt werden, sich auf den Klimawandel vorzubereiten. Jeder zusätzliche Stress für Gewässer, Wälder, Tiere und Pflanzen müsse vermieden werden.

„Konkret heißt das: Mehr Schutzgebiete, mehr heimische, wärme- und trockenresistente Bäume, mehr renaturierte Flüsse, mehr vernetzte Lebensräume, um Pflanzen und Tieren mehr Möglichkeiten zur Wanderung zu geben“, forderte Ziegler.

afp/hem