Ostern bei Promis

„Meine Jungs haben Angst, dass ihnen die Eier geklaut werden“

Vom ausgiebigen Frühstück über die Eiersuche bis zur Rezitation von Bibeltexten: Was Prominente zu Ostern machen. Wie haben sie zu ihren Ritualen und Plänen gefragt.

Foto: Reto Klar

1. Stefan Athmann, Direktor des Hotels „Regent Berlin“ am Gendarmenmarkt: „Ostern steht ganz im Zeichen der Familie. Freitag schon bin ich mit meinem Sohn Louis nach Hamburg gefahren – da gab es erst einmal ein Entspannungsbierchen auf der Zugfahrt. Der Rest der Familie, meine Frau Carola und meine beiden anderen Söhne Linus und Lucas, sind bereits am Donnerstag vorgefahren. In Hamburg trafen wir am Sonnabend Freunde und haben dann alle zusammen mit den Kindern Eier bemalt. Sonntag besuchen wir meine Eltern in der Nähe von Osnabrück, treffen dort meine Geschwister mit Familie und werden an einer großen Ostertafel mit Sicherheit wie immer köstlich brunchen. Und für die Kinder ist selbstverständlich Ostereiersuchen im Garten vorgesehen. Wir hoffen auf gutes Wetter!“

2. Wotan Wilke Möhring, Schauspieler: „Das Beste an Ostern ist für mich, dass man draußen sein kann. Dann unternehme ich natürlich alles, was für die Osterzeit typisch ist: Eier bemalen und Eier suchen, das ganze Zeugs. Ich genieße, dass jetzt die Vögel singen und es blüht, auch, dass es nicht mehr so kalt ist und ich meinen drei kleinen Kindern nicht drei Jacken gleichzeitig anziehen muss.“

3. Jochen Schropp, Moderator: „Traditionellerweise mache ich mit meinen Freunden seit sechs Jahren zu Ostern ein Picknick im Park. Den Picknickkorb dazu gibt es im ‚Café Solvey‘ an der Elisabethkirchstraße. Bisher hatten wir meistens Glück mit dem Wetter, Ostersonntag war es stets sonnig und warm. Damit man am Abend vorher noch feiern gehen kann, starten wir immer erst um 14 Uhr. Jeder bringt mit, worauf er Lust hat, also Salate, Grillsachen oder Kuchen. Ich mache immer einen lauwarmen Nudelsalat, außerdem bin ich seit Jahren für die Getränke zuständig, deshalb gibt es auch immer mein Lieblingsgetränk Moscow Mule – den haben wir schon an Ostern getrunken, bevor er „in“ wurde. Ich liebe diese Tradition, da es in Berlin nicht immer leicht ist, Freundschaften zu pflegen. Außerdem ist es eine schöne Möglichkeit, seine verschiedenen Freundeskreise, die man privat oder beruflich kennt, zusammenzubringen. Im Lauf der Jahre sind die Menschen dann auch untereinander zu Freunden geworden, worüber ich mich besonders freue. Ostereier verstecken wir zwar nicht, dafür sind wir für jeden anderen Spaß am Ostersonntag zu haben. Mal tragen wir alle Partyhütchen, mal gibt es Konfettipistolen, Girlanden oder Tröten. Sobald es dann um 18 Uhr zu kühl wird, ziehen wir weiter in meine Wohnung, wo wir die Reste aufessen und den Abend ausklingen lassen.“

4. Anita Tillmann, Chefin der Modemesse Premium, mit ihrem Mann Ole und ihren siebenjährigen Zwillingsmädchen: „Ich habe einen kroatisch-katholischen Hintergrund. Bis zu meinem 14. Lebensjahr haben wir immer bei meinen Großeltern in Kroatien Ostern gefeiert. Dort traf sich die ganze Familie. Zusammen mit Freunden und Nachbarn gingen wir zur Kirche und im Anschluss wurde das ‚Opfer‘-Lamm auf offenem Feuer am Spieß gegrillt. Mein Großvater hat immer ein Gebet gesprochen, das hat mich als Kind sehr beeindruckt, denn ich habe diesen Brauch immer als etwas Hochheiliges empfunden. Meine Eltern und ich haben wiederum die Tradition des Eierfärbens und -suchens aus Deutschland zu meinen Großeltern gebracht. Sie hatten einen Bauernhof mit Hühnern, und so haben wir die eigenen Eier eingefärbt. Damals war Kroatien noch nicht in der EU, daher gab es keine professionellen Farben. Wir haben daher Zwiebelschalen genommen, welche die Eier bräunlich gefärbt haben. Außerdem wurden sie mit Blättern und Kräutern belegt, was schöne Muster ergab. Heutzutage grillen wir kein Lamm am Spieß mehr in unserem Garten in Mitte – wäre auch komisch. Außerdem kann ich ehrlicherweise kein Lamm mehr riechen, geschweige denn essen. Daher gibt es bei uns am Ostersonntag Filet und viel Gemüse. Vorher gehen wir in die Kirche, meine Kinder sind inzwischen evangelisch getauft. Seit Kurzem wissen unsere Zwillinge, dass der Osterhase in Wahrheit ihre Mama ist. Trotzdem haben wir in der Nacht Ostereier und Geschenke versteckt, und die beiden werden mit Begeisterung danach suchen.“

5. Tamara Gräfin von Nayhauß, Moderatorin, mit ihren Söhnen Maximilian, 7, und Louis, 4: „Eine Woche vorher habe ich mich mit meiner Freundin, die auch kleine Kinder hat, getroffen. Wir haben alle zusammen die Ostereier bemalt oder zumindest hatten wir das vor, denn am Ende saßen meine Freundin und ich da und bliesen die Eier aus und bemalten sie. Aber das Wichtigste: Osterstimmung ist auf jeden Fall aufgekommen und die Vorfreude gestiegen. Ich bin sehr amerikanisiert, wenn es um Weihnachten, Kindergeburtstage oder Ostern geht, bei uns wird das gesamte Haus geschmückt, gerne auch verkitscht, das liebe ich sehr. Die Forsythien und Weidenkätzchen für den Osterstrauß schneiden wir selbst im Wald. Dann werden sie mit dem Osterschmuck, den ich über die Jahre gesammelt oder teilweise noch von meiner Großmutter habe, geschmückt, wobei sich auch mal das ein oder andere Glitzer-Ei darunter befindet. Hauptsache, an Ostern ist es bunt, fröhlich, und es strahlt in vielen Farben. Am Ostersonntag dann geht es in die Kirche, und im Anschluss gibt es zu Hause einen großen Brunch. Die Ostereiersuche findet bei uns sehr, sehr früh statt. Meine Jungs haben nämlich Angst, dass ihnen die Eier von den Nachbarskindern geklaut werden könnten. Vergangenes Jahr standen sie daher schon um 6 Uhr vor unserem Bett – fix und fertig angezogen. Wir verstecken die Eier immer so gut, dass es schon vorgekommen ist, dass wir noch Monate später bei uns im Garten in einer Ecke zerschmolzene Schoko-Eier fanden.“

6. Annette Frier, Schauspielerin: „Ich halte die Passionsgeschichte, egal ob man gläubig ist oder nicht, für eine große Geschichte über das Leben. Als Kind hat es mich geschockt, dass da jemand ans Kreuz genagelt wurde. Ostern ist für uns auch besonders, weil an Palmsonntag meine inzwischen sechsjährigen Zwillinge geboren worden sind. Das ist meine persönliche Passionsgeschichte. Am Sonntag werde ich in der Kölner Philharmonie die Bibeltexte zu Joseph Haydns ‚Die sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze‘ rezitieren. Dass ich dort mitmache, ist für mich selbstverständlich. Mit dem Neuen Testament kann ich viel anfangen, das sind ja unsere Wurzeln. Und ich will den Glauben auch an meine Tochter und meinen Sohn weitergeben. Als ich als Kind begriffen habe, dass das Leben nicht ewig ist, habe ich Trost in biblischen Geschichten gefunden. Ich hoffe, dass meine Kinder ein so positives Erlebnis mit Religion haben, wie ich damals. Und es ist mir wichtig, dass sie wissen, was an Karfreitag und Ostern gefeiert wird – was sie damit machen, müssen meine Kinder entscheiden.“

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