Interview

Cameron Diaz hat keine Sex-Fotos auf ihrem Smartphone

Cameron Diaz und Jason Segel kommen nach Berlin zur Premiere ihres neuen Films „Sex Tape“. Im Interview mit der Morgenpost sprechen die beiden über den jüngsten Hacker-Skandal in Hollywood.

Foto: Michael Sohn / AP

Für die Deutschlandpremiere ihrer Komödie „Sex Tape“ statten Cameron Diaz und Jason Segel Berlin einen Besuch ab. Ein Gespräch im Hotel „Adlon“ über Nacktsein vor der Kamera, Voyeurismus in Zeiten des Internets und das Geheimnis einer glücklichen Langzeitbeziehung.

Berliner Morgenpost: Nach „Bad Teacher“ spielen Sie in „Sex Tape“ zum zweiten Mal ein Paar. Die Chemie zwischen Ihnen scheint also zu stimmen?

Jason Segel: Wir fühlen uns sehr wohl miteinander. Für „Bad Teacher“ haben wir nur eine Woche zusammen gedreht, aber darauf konnten wir aufbauen.

Cameron Diaz: Wir haben sehr viel zusammen gelacht. Ich hoffe, das merkt man dem Film auch an.

Also hatten Sie auch kein Problem mit so viel gemeinsamem Nacktsein vor der Kamera?

Segel: Nicht wirklich. Ich will dem Film ja nicht seine Magie nehmen, aber wir waren am Set doch die meiste Zeit angezogen. Ich glaube, Cameron und ich nehmen uns da beide nicht so ernst, deshalb hat es Spaß gemacht. Es war eine Atmosphäre wie in der Umkleidekabine beim Sport.
Smartphones und das Internet haben unser Leben extrem verändert. Noch vor fünf Jahren wären Ihre Charaktere vielleicht in den Urlaub gefahren, um ihre Ehe wiederzubeleben. Wäre das die bessere Idee gewesen?

Segel: Dann wäre der Film nicht so lustig geworden. Ich denke, für Beziehungen ist es vor allem wichtig, sich genug Zeit füreinander zu nehmen. Manche Dinge, die am Anfang leicht waren, kosten nach zehn Jahren eben mehr Mühe.

Zuletzt mussten viele Ihrer Kollegen die Erfahrung machen, dass das Internet nicht der sicherste Ort für intime Fotos und Videos ist. Vertrauen Sie „der Cloud“?

Diaz: Ich halte mich davon fern, für mich hört sich das nicht sehr sicher an. Eine Wolke ist für mich ein Objekt, das willkürlich durch die Gegend fliegt und seinen Inhalt dort abwirft, wo es ihm gerade einfällt. Vielleicht würde ich meine Sachen dort lagern, wenn es „der Safe“ heißen würde.

Ein Hacker würde bei Ihnen also nichts Verfängliches finden?

Diaz: Nein. Ich mache da nicht mit. Ich weiß manchmal gar nicht, warum ich überhaupt ein Smartphone habe. Ich brauche das eigentlich nicht. Segel: Außer für Candy Crush …Diaz: Stimmt (sie lacht). Und zum Telefonieren. Ich telefoniere tatsächlich noch. Viele Leute schreiben ja nur noch Nachrichten.

Warum glauben Sie, interessieren sich so viele Menschen für das Sexleben anderer?

Segel: Ich denke, das ist die normale menschliche Neugier. Nur im Internetzeitalter hat man plötzlich die Möglichkeit, auf alle diese Informationen innerhalb von wenigen Sekunden zuzugreifen. Das bringt eine gewisse Verantwortung mit sich, zu entscheiden, was man sich auch wirklich angucken möchte. Nur weil ich etwas über das Sexleben der anderen lesen kann, muss ich das noch lange nicht tun. Das geht mich nichts an.

Sie haben sich also noch nie heimlich ein Promi-Sex-Tape im Internet angesehen?

Segel: Als ich jünger war, habe ich mich für solche Dinge interessiert. Mittlerweile empfinde ich das als Eingriff in die Privatsphäre anderer. Ich könnte auch jeden Tag Cheeseburger essen. Aber ich bin ein erwachsener Mann und weiß, dass ich mich nicht gut fühle, wenn ich jeden Tag Cheeseburger esse.

Wenn also nicht mit einem Sex Tape, wie hält man eine Beziehung auch nach vielen Jahren frisch?

Segel: Ich denke, man sollte seinen Partner immer so behandeln, wie man selber behandelt werden möchte. Wenn du Blumen haben möchtest, bring deinem Partner selber welche mit.