Für Sarah Connor fing die Vorweihnachtszeit in diesem Jahr berufsbedingt schon im Herbst an. Ab Mitte September probte die Sängerin mit Andrej Hermlin und seinem Swing Dance Orchestra für die gemeinsame Weihnachtstour, die sie am heutigen Freitag in den Admiralspalast führt. Dass sie ihrer Zeit damit um einige Monate voraus war, nimmt die 33-Jährige mit Humor. „Dafür bin ich am Heiligen Abend wenigstens textsicher“, sagt sie. Denn eigentlich gehört Sarah Connor nicht zu den Menschen, die sich schon vor Halloween von den Dominosteinen im Supermarkt verführen lassen.
Erst pünktlich zum 1. Advent wird im Hause Connor die Weihnachtsdekoration aus dem Schrank geholt und am 6. Januar wieder verstaut. In den fünf Wochen dazwischen darf es gerne ein bisschen mehr sein. „Ich mag es sinnlich, romantisch und sogar ein bisschen kitschig“, so die gebürtige Hamburgerin, die mit ihrem Freund und Manager Florian Fischer und ihren drei Kindern in Berlin lebt. „Ich habe immer die ganz große Beleuchtung und ganz viel Weihnachtsschmuck am und im Haus.“
Der 24. Dezember ist für die Musikerin ganz klar ein Familientag. „Es wird gesungen, und wir schmücken zusammen den Baum. Früher durfte ich das nie, weil mein Vater das immer alleine gemacht hat. Deshalb ist das bei uns jetzt ein Familienereignis“, verrät sie. „Wir hängen alles dran, was man sich nur vorstellen kann. Vor zwei Jahren ist unser Weihnachtsbaum sogar einmal umgefallen.“
Und dann kam irgendwann die Gans
Beim Weihnachtsessen waren die Connors lange Zeit flexibel. Erst mit Florian Fischer kam die traditionelle Weihnachtsgans in die Familie. „Das haben die Eltern meines Mannes eingeführt“, sagt sie. „Irgendwann kommt dann der Weihnachtsmann, und wir machen Bescherung. Danach wird lange geredet und getrunken und die Eisenbahnen und Lego-Zoos dieser Welt aufgebaut.“
Neben solchen lieb gewonnenen Ritualen wird Sarah Connor mit der Weihnachtszeit wohl immer auch den Beginn ihrer Karriere in Verbindung bringen. Für einen kleinen Kreis von Fans, den sie damals schon hatte, nahm sie 1999 eine Version von „Leise rieselt der Schnee“ auf und wurde daraufhin von einer Plattenfirma angerufen. Das Lied ist bis heute eines ihrer Feiertagsfavoriten geblieben – neben „Ave Maria“ und dem klassischen „The Christmas Song“.
Ihre Leidenschaft für Weihnachtslieder teilt Sarah Connor mit Andrej Hermlin. Den Berliner Swingmusiker lernte sie vor zwei Jahren beim Klassik OpenAir am Gendarmenmarkt kennen. „Es war eine musikalische Liebe auf den ersten Blick“, sagt sie heute. „Nach dem Konzert haben wir beschlossen, dass wir unsere Zusammenarbeit unbedingt fortsetzen sollten, und ich bin sehr froh, dass das jetzt tatsächlich klappt.“
2005 veröffentlichte Sarah Connor ihr Album „Christmas in My Heart“ mit klassischen deutschen und US-amerikanischen sowie eigenen Weihnachtsliedern. Eine gute Mischung ist ihr auch bei der Tour mit Andrej Hermlin wichtig. „Wir machen auch Ausflüge zum Soul und zum Swing der 30er-Jahre. Es wird ein abwechslungsreiches, klangvolles Erlebnis“, sagt sie. „Bei 90 Minuten nur ‚Ave Maria‘ würde ich auch einschlafen.“





