Das hat er nun davon. Einst gefürchteter Pate in New York, nun im Zeugenschutzprogramm in der Normandie. Seine Aussagen über die Mafiosi-Kollegen bedeuten für ihn das Ende des Daseins in Amerika – und den Beginn eines FBI-kontrollierten Lebens in Frankreich. „Es gab eine Zeit, da hatte ich alles“, sagt Robert De Niro, „die Leute fragten mich: ‚Wie ist es, unantastbar zu sein?‘“ Der Film von Regisseur Luc Besson startet am 21. November 2013 in den deutschen Kinos.
Der Schauspieler sagt diese Sätze als „Fred“ im Trailer des Films „Malavita – The Family“, der am Dienstagabend Premiere in der Kulturbrauerei an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg feierte. Die „Familie“, das sind neben Fred seine Frau Maggi (Michelle Pfeiffer), Tochter Belle (Dianna Agron) und Sohn Warren (John D’Leo), die unter Beobachtung von FBI-Agent Stansfield (Tommy Lee Jones) ihr neues Leben in Frankreich antreten.
Doch Robert De Niro war natürlich die Hauptattraktion auf der Berliner Deutschlandpremiere. „Er ist eine der letzten lebenden Legenden für mich“, sagte Anna Thalbach, „da muss man sich doch nur mal anschauen, was für Filme er gemacht hat.“
„De Niro ist einer der Größten“
Der zweifache Oscar-Preisträger ist Mafioso-Darsteller par excellence, spielte sich in den 80er-Jahren als junger Vito Corleone im zweiten Teil des „Paten“ von Francis Ford Coppola in die Riege der Filmklassiker. Hauptrollen in „The Untouchables – Die Unbestechlichen“, „Heat“, „Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia“ und „Casino“ folgten.
Seine Filmpartnerin Michelle Pfeiffer spielte bereits ebenso oft im Mafiafilm-Genre. Als Elvira Hancock stellte sie einst die Koks konsumierende Geliebte von Al Pacino in Brian De Palmas „Scarface“ von 1983 dar.
„Die Frau ist einfach der Wahnsinn“, schwärmte Moderatorin Alexandra Polzin, die nur wegen ihr, nicht wegen De Niro gekommen sei, wie sie sagte. Im Gegensatz zu Schauspieler Steffen Groth: „Ich bin natürlich wegen ihm hier, De Niro ist einer der Größten.“
Schüchtern winkend über den Teppich
Zusammen haben Pfeiffer und De Niro jedoch noch nie gedreht: „Es hat sich einfach nicht ergeben vorher“, wie Robert De Niro sagte. Um so mehr Spaß habe er mit ihr vor der Kamera gehabt. Ob seine Frau Grace Hightower, die Händchen haltend mit ihm auf der Premiere erschien, nicht eifersüchtig sei? „Nein“, sagte sie, lächelte charmant. „Wir genießen wieder zusammen Berlin, haben uns die Stadt schon vor dem Mauerfall gemeinsam angesehen.“ Pfeiffer schwärmte von De Niro: „Er ist eine solche Ikone.“
Sie wünschte sich nur, noch mehr von Berlin sehen zu können, so Pfeiffer. „Aber wir fliegen noch heute Nacht.“ Während sie bereitwillig Fragen beantwortete, lief Robert De Niro schüchtern winkend mit seiner Frau weiter über den Teppich, über den auch Mania Feilcke-Dierck, Designerin Nanna Kuckuck, Patrick Graf Faber-Castell mit Tamara Gräfin von Nayhauß und Schauspielerin Lisa Tomaschewsky zur Premiere kamen.
Erfrischender war da Dianna Agron, die Tochter der Film-Familie: „De Niro? Pfeiffer? Hatte ich vorher ein, zwei Mal gehört“, scherzte sie, um schnell hinterher zu schieben: „Spaß beiseite: Es ist unglaublich, Tochter dieser Legenden zu spielen.“





