Beverly Hills

Kollegen trauern um Sängerin Whitney Houston

| Lesedauer: 7 Minuten
Nina Schröder

Stars und Kollegen reagieren schockiert auf die Nachricht vom Tod der Sängerin Whitney Houston. Via Twitter berichten sie von ihren Gefühlen.

Schock kurz vor der diesjährigen Grammy-Verleihung: Superstar Whitney Houston lebt nicht mehr. Wie ihre Sprecherin Kristen Foster bestätigte, wurde die „I Will Always Love You“-Sängerin am Sonnabend (Ortszeit) tot in ihrem Zimmer im vierten Stock im Beverly Hilton Hotel in Beverly Hills aufgefunden. Sie wurde gerade mal 48 Jahre alt. Polizist Mark Rosen aus Beverly Hills sagte gegenüber dem „People“-Magazin: „Whitney Houston wurde um 15.55 Uhr im Beverly Hilton Hotel für tot erklärt. Wir haben um 15.43 Uhr einen Anruf vom Sicherheitspersonal des Hotels erhalten, die Polizei und die Feuerwehr waren wenige Minuten später vor Ort. “

Noch ist unklar, woran die Künstlerin so plötzlich gestorben ist, Rosen konnte jedoch bereits ausschließen, dass Houston durch Fremdverschulden zu Tode gekommen ist. „Jemand aus ihrem Team hatte sie leblos in ihrem Raum gefunden. Noch ist nicht bekannt, wer derjenige war, da ziemlich viele Personen zu ihrem Gefolge gehören. Wir haben versucht, sie wiederzubeleben, die Versuche blieben aber erfolglos.“ Nach Informationen der „US Weekly“ haben die lebensrettenden Maßnahmen der Sanitäter etwa 20 Minuten gedauert.

Houston hatte sich im Beverly Hilton Hotel aufgehalten, weil sie dort eigentlich gegen 18 Uhr am Abend einen Auftritt auf der alljährlichen Pre-Grammy-Party von Musik-Mogul Clive Davis (79) haben sollte. Die Feier wurde direkt nach Bekanntwerden der Schocknachricht abgesagt.

Die sechsfache Grammy-Gewinnerin hinterlässt ihre 19 Jahre alte Tochter Bobbi Kristina, die aus ihrer turbulenten Ehe mit Sänger Bobby Brown (43) stammt. Die beiden Künstler waren von 1992 bis 2007 verheiratet. Wie www.radaronline.com berichtet, hat der Rapper seinem Kind, das sich gerade in Los Angeles befindet, die traurige Nachricht überbracht. Sowohl Bobby als auch seine Tochter seien am Boden zerstört.

Die Nachricht von ihrem Tod, die in Deutschland gegen 2 Uhr morgens vermeldet wurde, hat mittlerweile weltweit die Runde gemacht. Stars und Kollegen reagierten schockiert und vermeldeten bereits zahlreiche Bekundungen via Twitter. „Wir haben eine andere Legende verloren“, so Christina Aguilera (31). Für Jessica Simpson (31) war Whitney ihr persönliches Idol. Katy Perry (27) beschrieb ihren Tod als besonders furchtbar und postete, dass sie Whitney immer lieben werde. „Keine Worte, nur Tränen“, sagte Rihanna (23). Paula Abdul (49) vermeldete, dass ihr Tod einfach nur tragisch und sie total niedergeschlagen sei. Auch Beyoncé Knowles Schwester Solange (25) kommentierte das traurige Ereignis im Internet. Ihre Worte treffen den Nagel wohl ziemlich genau auf den Kopf. „Ich werde Whitney Houston immer als ein ganz besonderes Talent in Erinnerung behalten. Sie war enorm schön, hatte ein magisches Lachen und eine Stimme, die einem Gänsehaut verpasst hat.“

Die Amerikanerin, die am 9. April 1963 in Newark im US-Bundesstaat New Jersey geboren wurde, gehörte mit 170 Millionen verkauften Platten zu den erfolgreichsten Künstlerinnen aller Zeiten, zudem steht sie mit insgesamt 411 Auszeichnungen im Guinness-Buch der Rekorde. Allerdings hatte sie den Hochpunkt ihrer Karriere vor allem in den 80er- und in den frühen 90er- Jahren. Platten-Produzent Clive Davis hatte die Patentochter von Aretha Franklin (69) damals in einem New Yorker Nachtclub entdeckt, wo sie hin und wieder gemeinsam mit ihrer Mutter Cissy (78) auf der Bühne stand, die ihr Geld als Gospelsängerin und Backgroundsängerin von Musik-Legenden wie Elvis Presley verdiente.

Davis nahm die damals 20-jährige Whitney direkt bei seinem Label „Arista Records“ unter Vertrag, 1985 erschien ihr Debüt-Album „Whitney Houston“, das sich direkt ein paar Hundert Millionen Mal verkaufte. Insbesondere Hits wie „Saving All My Love for You“ oder „How Will I Know“ sind noch heute echte Dauerbrenner. Später punktete die Künstlerin mit Liedern wie „I Wanna Dance With Somebody“ und „Where Do Broken Hearts Go“. 1992 sang sich die Pop- und Soul-Diva mit ihrem Album „Bodyguard“ zu dem gleichnamigen Film, in dem sie sich selbst in der Hauptrolle spielte, an die Spitze. Die Platte schoss in den Charts in Deutschland, Österreich, der Schweiz und in den USA auf Platz eins und hielt sich dort gleich für mehrere Wochen. Houstons Stimme war viele Jahre lang einzigartig, die Künstlerin schaffte es, drei Oktaven zu singen und wurde zu einer der größten Konkurrentinnen von Goldkehlchen Mariah Carey (41). Die Musik-Industrie war begeistert von dem neuen Star am Pop-Himmel. Insgesamt gelang es der Sängerin, sieben Nummer-eins-Hits in Folge zu landen.

Auch als Schauspielerin machte sich Whitney Houston einen gewissen Namen. Nach ihrer ersten Rolle an der Seite von Kevin Costner (57) in „Bodyguard“, wurde sie für drei Jahre später für „Waiting to Exhale“ gecastet, im Folgejahr spielte sie in „Rendezvous mit einem Engel“ mit. Ähnlich wie bereits bei „Bodyguard“ war sie auch bei den anderen beiden Kinostreifen wieder maßgeblich mit am Soundtrack für die jeweiligen Filme beteiligt. Bis Ende 2011 tat sich in puncto Film-Karriere dann aber erst einmal nicht mehr viel. Nach 15 Jahren Abstinenz stand sie kürzlich endlich wieder vor der Kamera und wirkte in „Sparkle“ neben Jordin Sparks (22) mit. Am 10. August 2012 soll der Streifen auf die Leinwand kommen.

Doch die Glamour-Leben von der einst so erfolgreichen Künstlerin hatte auch eine ziemlich große Schattenseite. Während eines Auftritts bei Talk-Königin Oprah Winfrey (58) gab die Sängerin zu, dass sie 1996 bereits arge Probleme mit Alkohol und Drogen hatte und gleich zweimal einen Entzug machen musste, um endgültig davon wegzukommen. Im Mai 2011 gab ihre Sprecherin dann erneut bekannt, dass Houston sich wieder in eine Entzugsklinik begeben hatte. Auch ihre Ehe mit R'n'B-Star Bobby Brown war von Problemen bestimmt. Häusliche Gewalt war an der Tagesordnung, zudem waren sich beide hinsichtlich ihrer Drogenabhängigkeit keine wirklich große Stütze.

Die einst so gefeierte Diva hatte ihr besonderes Etwas verloren, auf Konzerten wirkte sie meist nur noch abwesend, krächzte ins Mikrofon und lieferte mehr schlechte als rechte Performances ab. Fans kehrten ihrem Star den Rücken zu und waren verärgert über die Tatsache, viel Geld für einen Auftritt von Whitney Houston bezahlt zu haben, die mittlerweile kaum noch die Töne traf.

Und dennoch wird die Amerikanerin nach ihrem verfrühten Tod als eine großartige Sängerin in Erinnerung bleiben. Schließlich hatte die zum Schluss so angeschlagene Diva auch deutlich bessere Zeiten, in denen sie alle anderen Künstler mit Leichtigkeit an die Wand singen konnte.

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