USA

Whitney Houston stirbt mit nur 48 Jahren

| Lesedauer: 4 Minuten

Im Alter von 48 Jahren ist die amerikanische Sängerin Whitney Houston in Los Angeles gestorben. Unvergessen sind ihre Stimme und ihre glanzvollen Auftritte, unvergessen sind aber auch ihre Alkohol- und Drogenexzesse.

Die Nachricht erreicht Deutschland in der Nacht zu Sonntag gegen 2 Uhr. Die Sängerin, Schauspielerin und Produzentin Whitney Houston ist im Alter von nur 48 Jahren gestorben. Sie wurde nach Polizeiangaben am Samstagnachmittag (Ortszeit) tot in einem Hotelzimmer in Beverly Hills bei Los Angeles gefunden. Hinweise auf einen kriminellen Hintergrund gebe es nicht. Houstons Sprecherin Kristen Foster sagte, die Todesursache sei noch unbekannt. Untersuchungen dazu seien eingeleitet worden.

Die Polizei erhielt nach eigenen Angaben um 15.43 Uhr einen Notruf aus dem Hotel. Sanitäter, die bereits wegen einer Grammy-Party vor Ort waren, hätten vergeblich versucht, Houston wiederzubeleben. Um 15.55 Uhr sei die Sängerin für tot erklärt worden.

Es war eine der brillantesten Karrieren der jüngsten Vergangenheit: Mit einem strahlenden Aussehen und einer drei Oktaven umfassenden Stimme wurde Whitney Houston zum Superstar der Musikwelt. Exorbitante Verkaufszahlen und Grammys säumten den Weg. Doch die Erfolge blieben nicht ungetrübt. Drogenkonsum und Eheprobleme brachten Houston immer wieder Negativschlagzeilen ein. Zuletzt wurde es still um sie.

Geboren wurde Whitney Houston am 9. August 1963 im US-Bundesstaat New Jersey. Das musikalische Talent wurde ihr praktisch in die Wiege gelegt. Ihre Mutter Emily Drinkard, später Cissy Houston, war eine leidenschaftliche Gospelsängerin. Unter anderen unterstützte sie Superstars wie Elvis Presley oder Aretha Franklin als Backgroundsängerin.

Whitneys Talent wurde früh entdeckt und gefördert. Mit elf Jahren war sie Mitglied im „New Hope Baptist Junior Choir“. Beeinflusst wurde sich auch von ihrer Cousine, der Sängerin Dionne Warwick. Daneben startete Houston eine Model-Karriere. Sie war auf den Titelseiten von „Glamour“ und „Seventeen“ zu sehen. Der Laufsteg-Job brachte Houston Fernsehrollen in populären amerikanischen Comedy-Serien ein.

Von Null nach ganz oben

Als 20-Jährige nahm sie der Präsident der Plattenfirma „Arista“, Clive Davis, unter Vertrag. Damit wurde der Grundstein gelegt für eines der bestverkauften Debüt-Alben mit dem Titel „Whitney Houston“, das 1985 erschien und zahlreiche Hits enthielt. Das zweite Album „Whitney“ folgte 1987 und stieg von Null auf Platz eins der amerikanischen Verkaufscharts ein. Houston war die erste Frau, die einen derartigen Blitzstart hinlegte. Insgesamt hatte sie sieben Nummer-Eins-Hits in Folge. Die Sängerin übertraf damit den bisherigen Rekord der Beatles und der Bee Gees.

Mit „I Wanna Dance With Somebody“ landete sie ihren ersten Nummer-Eins-Hit in Deutschland. Der zweite war die Olympia-Hymne „One Moment in Time“.

Ausflug in die Schauspielerei

Für Furore sorgte auch ihr Ausflug in die Schauspielerei. Im Januar 1993 lief in den deutschen Kinos ihr erster Film „Bodyguard“ an, in dem sie an der Seite von Hollywood-Star Kevin Costner eine Sängerin spielte. Zu dem Blockbuster gab es einen Soundtrack, der Houstons Ballade „I Will Always Love You“ enthielt. Die Single eroberte erneut die Charts.

Erst 1998 veröffentlichte Houston ihr neues Album „My Love Is Your Love“. Sie schlug damit neue Töne an, setzte weniger auf die Kraft ihrer Balladen, sondern ließ modernen Rhythm & Blues und erstmals auch Hip-Hop-Elemente einfließen.

Der Erfolgsdruck blieb nicht ohne Folgen. Berichte über Alkohol- und Drogenexzesse machten die Runde in den Boulevardblättern. Es folgten Entzugstherapien und erneut Rückfälle, begleitet von Krisen in ihrer Ehe mit dem Rapstar Bobby Brown. Die Scheidung folgte 2007.

Karrierefixiertheit vorgeworfen

Kritiker warfen Houston zudem vor, sie sei unterkühlt, berechnend und karrierefixiert. Die Ausnahmesängerin selbst soll einmal gesagt haben, sie wolle alles unter Kontrolle haben.

Die Drogenprobleme bekam Houston offenbar jedoch nicht in den Griff. „Ich bin entweder mein bester Freund oder mein schlimmster Feind“, sagte sie 2002 in einem ABC-Interview. 2010 erklärte sie sich für drogenfrei, Berichte über einen angeblichen Rückfall wies sie nach einem Ausfall bei ihrer Europa-Tournee zurück. Ein Jahr später unterzog sie sich erneut einer Entziehungskur, die nach Angaben einer Sprecherin jedoch lediglich Teil des langjährigen Genesungsprozesses war.

Die goldene Stimme hatte Houston bis dahin eingebüßt. Sie klang rau und versagte. Ihre Tournee vor zwei Jahren war von Negativschlagzeilen geprägt. Houston musste etliche Konzerte wegen Krankheit absagen und erhielt negative Kritiken von Fans, die von Gesang und Auftritten enttäuscht waren. Die Sängerin betonte indes, es gehe ihr gut.

( dapd/sei )

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