Literatur-Verfilmung

Bei Stress blüht Krimiautor Sebastian Fitzek auf

| Lesedauer: 3 Minuten

Foto: David Heerde

Das Berliner Allround-Talent Sebastian Fitzek verfilmt seinen Thriller-Bestseller "Das Kind". Trotz Independent-Produktion wirken Hollywood -Größen an dem Streifen mit. Und ein neues Buch gibt es auch.

Bestsellerautor, Radio-Programmdirektor, Journalist. Sebastian Fitzek („Die Therapie“, „Amokspiel“) arbeitet pausenlos. Seine kreative Bilanz: sieben Psychothriller, die in 25 Sprachen übersetzt wurden, allein in Deutschland etwa 3,5 Millionen verkaufte Bücher. Dabei sieht Fitzek, der am 13. Oktober seinen 40. Geburtstag feiert, noch immer aus, wie ein großer Junge. Aber das Aussehen täuscht. Der Berliner ist ein Alleskönner. Scheinbar jedes Projekt, das er anpackt, wird zum Erfolg. Und zwar mühelos.

Bestes Beispiel: Die Verfilmung seines dritten Bestsellers „Das Kind“. Weil er mit dem Verkauf der Filmrechte seiner ersten Bücher, mit der Zögerlichkeit von Filmförderern und TV-Sendern, unzufrieden war, stimmte er dem Vorschlag seines Freundes Zsolt Bács zu, den Stoff selbst zu verfilmen. Sein Budget für die Independent-Produktion, das Freunde und Enthusiasten zusammen aufgebracht haben, war zwar klein. „Aber dafür kann uns niemand reinreden. Wir sind frei“, sagt er. Und so wurde der Film, der 2012 ins Kino kommt, mit den Hollywood-Stars Eric Roberts und Peter Greene sowie den deutschen Kollegen Clemens Schick, Ben Becker und Daniela Ziegler für den internationalen Markt produziert.

Wie die Jungfrau zum Kinde

Während der Dreharbeiten kam er „wie die Jungfrau zum Kinde“ zum Job des Creative Producers. „Das ist ein Titel, den man normalerweise nur kriegt, damit niemand beleidigt ist“, sagt er lachend. Aber er konnte nicht anders als sich einzumischen: „Je mehr Fahrt das Projekt aufgenommen hat, desto stärker habe ich mich engagiert.“ Am Drehbuch mitgearbeitet, Verhandlungen geführt, privates Kapital investiert.

Stress beim Film war für ihn gewöhnungsbedürftig, aber nicht ohne Parallelen zu seiner Arbeit an Texten: „Ohne Druck geht bei mir nichts“, sagt er. Als Autor muss er sich die Deadline selbst setzen. Beim Film sorgt mal die Witterung, mal die Koordination der Schauspieler für Engpässe. Genau in solchen Situationen blüht Fitzek auf. Wenn es viel zu tun gibt, wenn sich die Arbeit türmt. Während gedreht wurde, war er in der Endphase für sein achtes Buch „Der Augenjäger“, das er am Dienstag im Dunkelrestaurant „Unsichtbar“ vorstellt. Für ihn darf es gern ein bisschen mehr sein. Zwei Tage pro Woche arbeitet er nach wie vor beim Berliner Radiosender 104.6 RTL – das sorgt für Inspiration, für das Gefühl von normalem Leben.

Privat führt er das längst: In diesem Sommer, während einer Reise in die USA, heiratete er am Grand Canyon seine Freundin Sandra (26). Ein zweites Kind ist unterwegs. Worauf auch warten, wenn sich alles richtig anfühlt? „Die besten Entscheidungen habe ich immer spontan getroffen“, sagt er. Es wird also sicher nicht langweilig, mit dem, was Sebastian Fitzek als nächstes einfällt.

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